Revival im Kleinformat:
Die „ENTERPRISE“ im Zeichen-Trek
„Die Enterprise“ (Deutscher Titel des ZDF)
„THE ANIMATED ADVENTURES of GENE RODDENBERRY's STAR TREK“ (Titel der Video-Version)
"The Animated Series" entsteht als Reaktion auf den unerwarteten Erfolg der Classic-Serie bei den allgegenwärtigen Wiederholungen der frühen 70er. Nach der Trennung von NBC produziert GENE RODDENBERRY die Trickfilmserie bei Filmation-Norway. Während sich Paramount jahrzehntelang über diesen 'Bastard' ausgeschwiegen hat, sind die "Animated Adventures" für den Kenner ein fester Bestandteil von STAR TREK.
Filmation-Norway will (neben der allgegenwärtigen Majel Barrett) zunächst nur vier der sieben Hauptrollen mit Originalstimmen besetzen: Kirk, Spock, McCoy und Scott. Es wird berichtet, Leonard Nimoy habe daraufhin ultimativ mit seinem Rückzug aus dem Projekt gedroht und auf diese Weise noch die Besetzung von Uhura und Sulu durchgesetzt, während Chekov draußen geblieben ist. An seinen Platz tritt der "E. T."-ähnliche Endosianer 'Arex', der drei Arme und drei Beine mit Hufen besitzt. Leider sehen wir nie, wie er damit läuft. James Doohan, vor seiner STAR TREK-Zeit bekannt als Stimmenimitator im Radio, ist ganz besonders in seinem Element, er spricht neben Scotty und Arex auch die allermeisten Nebenrollen und Alien-Geräusche, die Frauenrollen gehen fast durchweg an Majel Barrett.
Obwohl die CBS-Studios heute etwas anderes berichten, ist diese Serie zeitlich nicht als Fortsetzung der Classic-Serie angelegt: Nach den Sternzeit-Angaben in den einzelnen Episoden verläuft die Handlung vielmehr vor, während und kurz nach der dritten Classic-Staffel.
Die Erstausstrahlung erfolgt in zwei Staffeln, die ersten 16 Episoden sind bereits komplett abgedreht, bevor sie von September 1973 bis Januar 1974 auf Sendung gehen, weitere sechs Episoden folgen im September-Oktober 1974.
Die "Animated Adventures" erreichen bei weitem nicht den Zuspruch, den man sich nach dem inzwischen weltweiten Erfolg der Classic-Serie erhofft hatte. Das liegt zum einen daran, dass die Filmchen von halber Episodenlänge am Samstag Vormittag im Kinderprogramm gesendet werden. Doch während Kinder mit dieser Art anspruchsvoller Science Fiction überfordert sind, wird die Serie von ihrem eigentlichen Zielpublikum als 'kindischer Abklatsch' missverstanden. Ein Übriges tut die mangelnde zeichnerische und technische Ausführung der Animationen: Wer in "The Animated Series" Trickfilm-Kunst in Disney-Qualität erwartet, wird enttäuscht. Mit Ausnahme der Hauptcharaktere (und der Gesichter einiger Gaststars aus der Classic-Serie) wirken die Zeichnungen oberflächlich und lieblos, vordergründig grell-bunt nach der Art minderwertiger Comics, und sie sind grob und billig animiert. In den Dialogen bewegen die Helden gerade eben den Mund, Gestik oder gar Mimik sind rar. Selbst Vordergrund-Figuren bleiben völlig reglos, wenn sie nicht gerade agieren. Andererseits eröffnet die zeichnerische Umsetzung natürlich neue, völlig andere Möglichkeiten bei Masken und Spezialeffekten. Und die Begrenzung auf die halbe Episodenlänge erzwingt straffere, besonders durchdachte Handlungsverläufe.
1976 erhalten 18 der 22 Episoden einen deutschen Dialog und werden im Kinderprogramm des ZDF unter Beiträge wie "Bugs Bunny" oder "Popeye" gemischt. Diese Veröffentlichungen stehen der ZEITUNG leider nicht zur Verfügung. Nach Quellenangabe kommt nicht einer der bekannten Stamm-Sprecher zum Einsatz. So wird Captain Kirk vom späteren 'Picard'-Sprecher Rolf Schult synchronisiert, und 'Scotty' spricht mit der bekannten 'Terence-Hill '-Stimme von Thomas Danneberg. Noch schwerer wiegt, dass die deutschen Dialoge, völlig losgelöst von der eigentlichen Handlung, im damals beliebten "Blödel-Stil" gehalten sind. Was allerdings kaum noch eine Rolle gespielt haben kann, weil die Kürzung der Episodenlänge von 22 auf 15 Minuten ohnehin nahezu jeden Handlungsfaden gekappt haben dürfte...
Für die DVD-Veröffentlichung (2006) werden die Episoden komplett neu synchronisiert.
1. More Tribbles, More Troubles
("Mehr Tribbles, mehr Ärger", gesendet als 5.**)
Invasion der Wollmöpse (ZDF) / Mehr Trouble mit Tribbles (Video)   EB
ΘΘΘΘΘ *
Es ist verlockend, aber auch riskant gewesen, die Kult-Episode Classic 42 (44) fortzuschreiben. Schließlich sollte es kein gezeichneter 'Abklatsch' werden, aber dennoch einen engen Bezug haben. Und diese Gratwanderung ist meisterhaft gelungen. Die drei Gastcharaktere (Cyrano Jones, Koloth und dessen Adjutant) sind so gut getroffen, dass man sie sofort wiedererkennt.


2. The Infinite Vulcan
("Der unendliche Vulkanier", gesendet als 7.)
Planet der Riesen (ZDF) / Das Superhirn (Video)   EB
Θ
Es ist das erste Mal, dass sich einer der Hauptdarsteller selbst an einem Drehbuch versucht. Und Walter Koenig hat sich dabei nicht eben 'mit Ruhm bekleckert'. Herausgekommen ist ein mageres Gemisch aus den Classic-Episoden 61 (56) und 33 (31). Kleiner Regiefehler: Unmittelbar vor und nach dem Beamen tragen Kirk und McCoy plötzlich 'Lebenserhaltungsgurte' (vergleiche 4 (1)), die alsbald wieder verschwinden.
3. Yesteryear
("Jahre zurück", gesendet als 2.)
Die Täuschung (ZDF) / Das Zeitportal (Video)   EB
ΘΘΘΘΘ
Ausgangspunkt ist das Zeitportal, das wir aus Classic 28 kennen. Die Sternenflotte hat es nunmehr unter Kontrolle gebracht. Wir erleben eine bewegende und stimmige Zeitreise-Geschichte um die Erlebnisse des kleinen Spock, die in ein Prädestinationsparadoxon* mündet.
Die Gesichtszüge von Spock's Eltern sind hervorragend getroffen (vergleiche Classic 44 (39)). Die Stimme von Spock's Vater Sarek kann Original-Darsteller Marc Lenard übernehmen (In der deutschen (Video-)Fassung hören wir Roger Moore-Stammsprecher Niels Clausnitzer), seine Frau Amanda hingegen hat zwar das Gesicht von Darstellerin Jane Wyatt, dazu aber die Stimme von Majel Barrett. Kirk's Erster Offizier auf der veränderten Zeitlinie ist ein Andorianer, er hat jedoch nicht die typische blaue Haut, seine ist grau.
In Ent 83 erfahren wir, dass die vulkanischen 'Sehlats' ursprünglich aggressive Bestien waren. Die -völlig unlogischen- vulkanischen 'Raufbolde' sehen wir wieder im elften Kinofilm.
"Dienstfrei": Sulu, Uhura, Arex
4. Beyond The Farthest Star
("Jenseits des fernsten Sternes", gesendet als 1.)
Keine Blumen für Kirk (ZDF) / Das körperlose Wesen (Video)   EB
Θ
In dieser zuerst gesendeten Episode werden wir mit Technik konfrontiert, von der wir in den anderen Serien nie etwas hören: Die 'Lebenserhaltungsgurte' ('life-support belts'), die auf Außenmissionen die Raumanzüge ersetzen, indem sie den Körper in eine Art 'Kraftfeld' einhüllen. Das ist grotesk, denn die (Stern-)Zeit der Handlung liegt etliche Monate vor Episode Classic 64, in der sich die Helden in Raumanzüge zwängen. Auch Picard, Worf und die "Voyager"-Besatzung müssen später 'unter den Helm'. Der Grund für diese 'Erfindung' liegt auf der Hand: Es ist für einen Trickzeichner schier unmöglich, hinter eine Helmscheibe ein erkennbares Gesicht zu zaubern, andererseits würde bei Live-Filmaufnahmen ein sich mit dem Darsteller mitbewegendes Kraftfeld kaum realierbare Dauer-Spezialeffekte erfordern.
Bereits hier erfolgt der erste 'Verschnitt': Neben Sulu sitz Arex - Schnitt - ein namenloses Rothemd - Schnitt - wieder Arex.
Im Hintergrund, sprach- und reglos, ist kurz Christine Chapel zu sehen.
5. The Survivor
("Der Überlebende", gesendet als 6.)
Geliebter Spion (ZDF) / Der Überlebende (Video)   EB
ΘΘΘ
Formwandelndes Alien-Monster ersetzt Offiziere und gibt in ihrem Namen falsche Befehle. Dieses Thema ist durch vielfältig variierte Wiederholungen inzwischen recht 'abgeschliffen', wir sehen es zum Beispiel in Perfektion in TNG 66. 1973 hat die Story wohl noch etwas 'frischer' gewirkt. Wie auch immer, insgesamt eine durchaus angenehme Episode, wenn auch gegen Ende etwas 'Heimatfilm'-artig.
Zeichnerischer Fehlgriff: Die angreifenden 'Romulaner-Schiffe' haben die Gestalt von klingonischen 'Birds of Prey', das wiederholt sich in Ep. 21 (19).
Die neue Kommunikationsoffizierin 'M'Ress' ist ein faszinierendes Löwen-Katzen-Wesen vom Planeten 'Cait'. Sie kommt mit der schmeichelnden Synchronstimme Claudia Lössl* erst so richtig zur Wirkung. Ein krasser Gegensatz zu Edith Hancke's 'Berliner Schnauze' beim ZDF...
Nebenrolle für Schwester Christine.
"Dienstfrei": Uhura, sie ist nur in wiederverwendeten Standard-Szenen kurz sehen.
6. The Lorelei Signal
("Das Lorelei-Signal", gesendet als 4.)
Planet der Amazonen (ZDF) /
Das Lorelei-Signal (Video)  
EB
ΘΘΘΘΘ
Der antike Sirenen-Mythos ist noch immer für eine Story gut. Und hier ist er in richtig gute Science Fiction verpackt. Einfach großartig, wie Uhura (nicht nur weiblich, sondern auch noch negrid !) das Kommando übernimmt! Das ist 1973 sicher nicht so ganz unwidersprochen geblieben. Neben ihr hat nun auch Schwester Christine endlich einmal eine Führungsrolle.
In dieser Episode spricht neben Majel Barrett auch Nichelle Nichols mehrere Frauenstimmen. Die Gesichter der 'Amazonen' tragen die Züge von Barbara Babcock (vergleiche Classic 23). Zum ersten Mal sehen wir die Wiederherstellung von krankhaft gealterten (oder auch verjüngten) Menschen mit Hilfe des Transporters. Eine Prozedur mit Zukunft, zum Beispiel auch in TNG 33.
7. One Of Our Planets Is Missing
("Es fehlt einer unserer Planeten", gesendet als 3.)
Ein Planet wird gerettet (ZDF) / Die gefährliche Wolke (Video)   EB
oo
Dies ist zweifellos kein Geniestreich, die Handlung ist platt, weit hergeholt und voller logischer Unwägbarkeiten. Die Umsetzung unterbietet das Niveau des Drehbuchs noch, sie gerät, trotz der nur 23 Minuten Laufzeit, langatmig. Zum ersten Mal hören wir die akzentbehaftete Stimme des alienhaften Lt. Arex.

8. Mudd's Passion
("Mudd's Leidenschaft" gesendet als 10.)
Der Liebeskristall (ZDF) / Der Liebeskristall (Video)   EB
ΘΘΘΘ
Das Drehbuch schäumt zwar nicht eben über vor neuen Ideen, doch wir sehen eine lockere, gefällige Episode und 'Harry Mudd' in Hochform. Nicht weniger sehenswert: Das ewig verhinderte Liebespaar Chapel und Spock. 'Mudd'-Darsteller Roger C. Carmel kann hier seine Rolle wieder aufnehmen, ist jedoch nicht creditiert.
Wiedersehen mit Lt. M'Ress
"Dienstfrei": Uhura, nur in einer wiederverwendeten Standard-Szene kurz sehen.
9. The Magicks Of Megas-Tu
(Kunstwort, in etwa: "Die Zauber-Hiebe von Megas-Tu"
gesendet als 8.)
(Vom ZDF nicht gesendet)
Das Geheimnis von Megas-Tu (Video)   EB
ΘΘΘΘ Λ
Die "Magicks"-Episode mit ihrem lockeren, gefälligen Verlauf gehört zu den sehenswerteren "Ani"-Abenteuern, auch wenn die Handlung nicht allzu 'tief schürft'. Interessant: Sowohl der 'Teufel Lucien' als auch seine Gegenspieler, die Richter von Salem, finden sich später im Charakter des 'Q' wieder, vergleiche TNG-Pilotfilm und (zum Beispiel) TNG 94.
Die Datensammlung der "Enterprise" ist als Berg von Magnetbändern und Lochkarten(!) dargestellt. Hier ist schlecht recherchiert worden: Diese Speichermedien sind zwar 1973 noch in Gebrauch, doch der Siegeszug der Festplatte ist bereits in vollem Gange.
10. The Time Trap
("Die Zeitfalle", gesendet als 12.)
Klingons Hinterlist (ZDF) / Die Zeitfalle (Video)   EB
ΘΘΘΘ
Persiflage auf die damalige Hysterie um das 'Bermuda-Dreieck'. Im 'Obersten Rat von Elysia' präsentiert sich eine eindrucksvolle Sammlung aller bis dahin in STAR TREK gezeigten Rassen und Völker. Spock erzeugt eine bemerkenswerte 'Formel', mit der er das Schiff retten will, aber noch bemerkenswerter ist, dass Scotty dieses Gekrakel auch tatsächlich 'versteht'. Wir erfahren, dass das erste aller Warp-Schiffe "Bonaventure" hieß, es ist der "Enterprise" sehr ähnlich und trägt eine 'NCC'-Nummer. Ist dann wohl doch etwas anders geworden ...
Die Zeichnung des Klingonen 'Kuri' ist identisch mit der von 'Koloth' in 1 (5). Nicht sehr gut getroffen ist 'Kor' aus Classic 27 (26). Die Gesetzeshüterin von Elysia ist für eine Orion-Frau bei weitem nicht grün genug.
11. Slaver Weapon ("Die Waffe der Slaver", gesendet als 14.)
(Vom ZDF nicht gesendet)
Das Geheimnis der Stasis-Box (Video)   EB
oo
Chaotische Episode mit kaum erkennbarem Handlungsfaden, allein bestritten von Spock, Uhura und Sulu.
Einmalig in STAR TREK: Eine Episode ohne Captain!
Das hier eingeführte Volk der 'Kzinti' (nicht zu verwechseln mit den eben so aggressiven 'Xindi' aus der dritten "Enterprise"-Staffel) ist bereits in der vorigen Episode im 'Rat von Elysia' vertreten. Uhura ist sehr intelligent, aber am Ende doch nicht intelligent genug, um sich dumm zu stellen ...
"Dienstfrei": Kirk (!), McCoy, Scott und Arex
Eine Episode mit der Produktions-
nummer 12 wurde nicht veröffentlicht.



13. The Ambergris Element ("Das Ambra-Element")
Das unheimliche Wasser (ZDF) / Die Entführung (Video)   EB
oo
Ein eher infantiles Märchen ohne besonderen Anspruch. Der Originaltitel hat kaum Bezug zur Handlung der Episode, sondern stellt nur eine ganz allgemeine Verbindung zum Meer her. (Die Insel "Ambergris Caye" ist ein Tauchsport-Paradies in der Karibik.)
Nebenrolle für Christine Chapel.
14. The Jihad
(arabisch: "Der Heilige Krieg" gesendet als 16.)
(Vom ZDF nicht gesendet)
Das gestohlene Gehirnwellenmuster (Video)   EB
oo
Diese Story auf Schund-Comic-Niveau ist der definitive Tiefpunkt der Serie. Und, bei aller chaotischen Turbulenz, dennoch langatmig umgesetzt. Die einzige sehenswerte Szene ist der (mit Trickfilm-Mitteln besonders gut darstellbare) Kampf in der Schwerelosigkeit, der zur Festnahme des Schurken 'Tchar' führt.
Die Höchstemperatur auf dem 'teuflischen Planeten' (original: 'mad planet') wird mit 204 K (in Original 224 K) angegeben, das wären −69°C (bzw. −49°C), da hätten Kirk und Spock wohl besser ihre 'Lebenserhaltunggurte' mitgenommen. Die angreifenden 'mechanischen Vögel' sind praktisch identisch mit den fliegenden Untieren in 16 (15).
"Dienstfrei": McCoy, Uhura
15. The Terratin Incident
("Der Terrazin-Zwischenfall", gesendet als 11.)
Auch Kleine haben oft groß angefangen (ZDF)
Die Rettungsmission (Video)  
EB
ΘΘ
Die Handlung ist turbulent, voller grotesker Einfälle, aber letztlich ein wenig infantil. Besonders auffällig ist die billige Animation, als im Hintergrund über den ausbrechenden Vulkanen die Rauch- und Lava-Säulen 'erstarren'. Einmalig in STAR TREK sehen wir einen Crewman mit Brille. (Wie wir im zweiten Kinofilm erfahren, gibt es im 23. Jahrhundert bessere Mittel gegen Sehschwäche ...)
Aus 'Terratin' ('Terra Ten') wird in der deutschen Fassung zwangsläufig 'Terrazin' ('Terra Zehn'), leider klingt das dann eher nach dem Namen eines Schnupfen-Mittels ...
Nebenrolle für Christine Chapel
16. The Eye Of The Beholder
("Das Auge des Betrachters", gesendet als 15.)
Die gejagten Jäger (ZDF)
Auf der Suche nach Überlebenden (Video)  
EB
Θ
Ein tiefer Griff in den STAR TREK-Fundus: Classic 1 lässt grüßen. Dazu kommt die mangelnde Sorgfalt bei der Auswahl wiederverwenderter Szenen: Während Spock sich mit geschlossenen Augen und gesenktem Kopf auf die 'Lactraner' konzentriert, steht hinter Kirk ein zweiter Spock, der völlig entspannt ist. Wenig später ist ein dritter Spock zu sehen: Auf der Brücke der "Enterprise".
Wiedersehen mit Lt. M'Ress
"Dienstfrei" Uhura, kurzer Statistenauftritt von Sulu und Arex
17. Once Upon A Planet
("Einst auf einem Planeten", gesendet als 9.)
Urlaub im Wunderland (ZDF)
Phantasie oder Wirklichkeit (Video)  
EB
ΘΘΘΘ
Die Fortschreibung von Classic 17 (15) gerät zunächst noch mehr zum Horrortrip als die Ursprungsepisode. Die Auflösung ist überaus gelungen, weil sie vor allem auf Respekt gegenüber dem fremden Maschinenwesen basiert. Uhura darf erneut eine Stärke zeigen, die der von Kirk und Spock nicht nachsteht.
Leider sind allzu viele 'importierte' Ideen verwendet worden, die Majel Barrett vom Set des zeitgleich gedrehten Thrillers "Westworld" mit herübergebracht hat.
Wiedersehen mit Lt. M'Ress
Nachdem die zuletzt gesendeten Episoden zunehmend zu dümmlichem Schund verfallen sind,
nutzt man die Staffelpause zum Beschaffen neuer Drehbücher von ansprechender Qualität. Mit Erfolg.
18. Bem
(Eigenname)
Echsenjagd (ZDF) / Gefährliche Prüfung (Video)   EB
ΘΘΘ Λ
Der infantil-überhebliche 'Ari bn Bem' ist eine sehr interessante und phantasievolle Figur, vor allem, wenn er seinen Körper locker in die Einzelteile zerlegt und seinem abgetrennten Unterteil ein zusätzliches Paar überlanger Arme entsprießt − Es lebe der Trickfilm! Dagegen spricht es nicht eben für den Physikunterricht an der Akademie, dass Lt Arex bei einem Kraftfeld die Brownsche Molekularbewegung feststellt (kein Synchron-Fehler!) ...
Seit Classic 13 führt der Captain das Kürzel "T." in seinem Namen, hier erfahren wir endlich, was es bedeutet: "Tiberius". Wir hören diesen Namen auf lange Sicht nur noch ein einziges Mal, während des klingonischen 'Gerichts' in ST6. Und dann natürlich für den 'neuen' Kirk ab 2009 ...
Im Hintergrund kurz zu sehen : Lt. M'Ress


19. Albatross
(gesendet als 20.)
(Vom ZDF nicht gesendet) / Dr. McCoy unter Anklage (Video)   EB
ΘΘ
Wieder einmal steht ein Hauptcharakter unter Anklage, eine 'Tradition', die sich auch in den späteren Serien fortsetzt. Insgesamt eine mittelmäßige Episode, die Handlung verläuft flach und vorhersehbar.
Nebenrolle für Christine Chapel
20. The Pirates Of Orion
("Die Piraten von Orion", gesendet als 17.)
Verfolgung im Weltraum (ZDF) / Die Piraten von Orion (Video)   EB
ΘΘΘ
Die erste Episode nach der Staffelpause hebt sich wohltuend von dem Schund ab, der den Zuschauern zuletzt zugemutet wurde, die Handlung ist schlüssig und auch einigermaßen spannend. In der deutschen Version findet sich ein grotesker Lapsus: McCoy untersucht Spock's Blut und spricht dabei von 'Roten Blutkörperchen', aber bei Spock sind das natürlich 'Grüne Blutkörperchen' (in den anderen Sprachen heißen sie einfach 'Zellen'). Erneut mangelnde Sorgfalt bei der Auswahl einer wiederverwendeten Szene: McCoy meldet sich aus der Krankenstation, steht aber zugleich auf der Brücke.
Nebenrolle für Christine Chapel


21. The Practical Joker
("Der Witzbold", gesendet als 19.)
Das lachende Ungeheuer (ZDF) / Wüste Scherze (Video)   EB
ΘΘΘΘ Λ
Eine spannende Geschichte voller Witz (im doppelten Sinne), dazu hätte eine wesentlich größere Portion Horror gepasst, was man wohl wegen des 'Kinderfernsehen'-Images der Serie unterließ. Der hier einmalig gezeigte 'Erholungsraum' ('recreation room') nimmt das später wohl-bekannte 'Holodeck' vorweg. Als die drei Offiziere diesen Raum betreten, verwandelt sich Uhura kurzzeitig in Chapel. Die am Anfang gezeigten "Romulanerschiffe" sind wiederum  klingonische "Bird of Prey", vgl. Ep. 5 (6).
Wiedersehen mit Lt. M'Ress
22. How Sharper Than A Serpent's Tooth
("Viel schärfer noch als Schlangenzahn", gesendet als 21.)
Die versunkene Welt (ZDF) / Kukulkan, der Mächtige (Video)   EB
ΘΘΘ
Etwas ganz ähnliches haben wir bereits in Classic 33 (31) gesehen. Zum Abhandeln eines Themas aus der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner bringt RODDENBERRY zum ersten Mal einen Indianer auf die Brücke der "Enterprise". Zu dumm nur, dass Fähnrich 'Gehender Bär' zum nordamerikanischen Stamm der Komantschen gehört, der kaum eine Beziehung zu den seinerzeit sehr fortgeschrittenen Völkern der Maja und der Azteken hatte ...
Es ist das einzige Mal, dass ein 'Redshirt' unbeschadet auf das Schiff zurückkehrt. Das als Originaltitel verwendete Shakespeare-Zitat über undankbare Kinder erhält durch die Verbindung zum 'Schlangengott' einen bemerkenswerten Doppelsinn.
"Dienstfrei": Sulu
23. The Counter-Clock Incident
("Der Anti-Zeit-Zwischenfall", gesendet als 22.)
Weltraumkosmetik (ZDF)
Flucht aus einem anderen Universum (Video)  
EB
ΘΘΘΘ
In einer sehenswerten letzten Episode erleben wir die erste Begegnung mit 'Anti-Zeit'. Diese interessante Idee wird später wieder aufgegriffen in TNG 177−178 und in TNG 133.
Zum einzigen Mal begegnen wir 'Robert April', dem ersten Captain der "Enterprise", der bis dahin nur in einem alten, abgelehnten Drehbuch vor sich hinschlummerte. Er hat im Alter von 75 Jahren den Rang eines 'Commodore', also einen unteren Admiralsrang. In der deutschen Fassung wird er einige Male zum 'Commander' degradiert.
Majel Barrett arbeitet, obwohl creditiert, an den letzten Episoden nicht mehr mit.
Die Trickfilmreihe endet, genau wie die Classic-Serie, ohne Abschluss, denn zu diesem Zeitpunkt ist das weitere Schicksal von STAR TREK völlig offen. Wegen des finanziellen Risikos zögert Paramount die Fortschreibung immer wieder hinaus. Hinzu kommt, dass Leonard Nimoy schon seit Jahren mit der Rolle des Spock hadert, so dass seine Mitwirkung in Frage steht. (Seine erste Autobiografie mit dem Titel "I Am Not Spock" ("Ich bin nicht Spock") ist weitgehend fertiggestellt, sie erscheint im Folgejahr.) Wenn auch die "Animated Series" hier und da etwas infantil daherkommt, so bringt sie doch eine Reihe von brillanten Ideen ein, die in den späteren Serien aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Schon deshalb ist sie untrennbarer Bestandteil des STAR TREK-Universums.
Kleiner Regie-Gag am Rande: In einigen Szenen trägt Scotty einen gewaltigen Schnauzbart, und zwar immer dann, wenn er die Regler des Transporters bedient. Das ändert sich erst in den allerletzten Episoden.