Ist der Krieg noch abzuwenden?

Konflikt mit dem ‚Dominion‘ schwelt weiter

47.-48. The Search
Die Suche   EB 47   EB 48
oo Λ *
Obwohl die Handlung unmittelbar an die zweite Staffel anschließt, gibt es auffallende Veränderungen. In der deutschen Version hat die Rückblende zur vorherigen Episode einen anderen Synchrontext, speziell Sisko's Schlussmonolog ist verändert, leider nur im Wortlaut, nicht in der militanten Aussage. Jadzia Dax trägt eine neue Maske und Frisur. Sie verliert damit ihre menschliche, warmherzige Erscheinung und wirkt, für einige Episoden, wie ein Wesen von allglatter Perfektion.
Commander Sisko soll das 'Dominion' ("Vorherrschaft") finden und einen Frieden aushandeln. Dazu gibt man ihm ein schwer bewaffnetes, getarntes Kriegsschiff mit dem Namen "Defiant" ('trutzig', 'herausfordernd'). Immerhin erleben wir auf diese Weise erstmals eine Kooperation zwischen Föderation und Romulanern.
Unter diesen Voraussetzungen muss Sisko's 'Friedensmission' zwangsläufig scheitern, statt dessen wird das 'Dominion' als absolut gnadenloser, unbarmherziger Todfeind dargestellt, mit dem jedwede Verhandlung sinnlos ist ...
Ein Bonmot für Kenner ist Quark's Zitat des legendären US-Bürgerrechtlers Martin Luther King, hier zweifellos als Satire auf ein künftiges "Groß-Dominion". Die romulanische Tarntechnikerin ' T'Rul ' (Martha Hackett) ist identisch mit Maquis-Biest 'Seska' auf der "Voyager". Der groteske galaktische Barsitzer 'Morn', bisher praktisch 'allgegenwärtig', macht sich in der dritten Staffel ausgesprochen rar, leider.
In Classic 64 gibt es ein früheres Schiff mit dem Namen "Defiant" (NCC−1764), vergleiche auch Ent 94−95.
Die überraschende Auflösung der Handlung (als reine Simulation durch die formwandelnden 'Gründer') wird dem Säbelrasselnden Anliegen gerecht.
Einstieg für die 'Sprecherin' der 'Gründer' (Salome Jens, *1935) und Sicherheitsoffizier 'Michael Eddington' (Kenneth Marshall, *1950)
Sechster und letzter Auftritt für Admiralin Nechayev in 48
Wiedersehen mit Jake Sisko, in 48 auch mit Garak
"Dienstfrei": Morn

49. The House Of Quark
Das Haus des Quark   EB
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Diese Geschichte verdient nur einen Kommentar: Brillant!
Nur feinste Science Fiction kann so extrem gegensätzliche Völker ersinnen, um sie derart aktionsreich und zugleich witzig in Beziehung zu setzen. Wir betreten erneut die Halle des 'Hohen Rates' der Klingonen und haben teil an deren grotesk-derben Bräuchen (vergleiche TNG 65 und TNG 100−101). Das Blut der Klingonen sieht hier zum ersten Mal dunkelrot und sehr menschlich aus, ganz anders als drei Jahre zuvor im sechsten Kinoflm.
Quark kreiert seine eigene Erwerbsregel Nummer 286: 'Wenn Morn geht, ist alles vorbei.'
Im Gefolge von Quark's Zweck-Ehefrau 'Grilka' (Mary Kay Adams, *1962) ist ihr Berater 'Tumek', wir sehen beide wieder in 101. 'Tumek'-Darsteller Joseph Ruskin (1924-2013) ist einer der ältesten 'STAR TREK-Hasen': Wir kennen ihn seit seiner Hauptrolle in Classic 46 (45), und dies hier ist noch lange nicht sein letzter Auftritt.
Erster Auftritt von Klingonenführer 'Gowron' in dieser Serie, er hat nur dieses eine Mal die deutsche Stimme von Christian Rode (sonst stets Jan Spitzer).
Wiedersehen mit Keiko O'Brien und Rom
50. Equilibrium
(latein: "Gleichgewicht der Kräfte", ["Ausgewogenheit"])
Das Equilibrium   EB
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Eine düstere, fantasybehaftete Geschichte um den unheimlich wirkenden Wandel von Jadzia. Solch eine Situation hätte nach einer aktionsreichen Lösung verlangt, die rein logische Auflösung wirkt ausgesprochen schwach.
Zu Beginn spielen Sisko und Dax Schach, aber nicht das STAR TREK-typische 3D−Schach, sondern die ganz gewöhnliche Variante unserer Zeit.
Augenscheinlich ist der Synchronautor an der Übersetzung des lateinischen Originaltitels gescheitert.
Wiedersehen mit Jake
"Dienstfrei": O'Brien, Morn
51. Second Skin
Die zweite Haut   EB
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Diese Agentengeschichte um eine (angeblich) falsche Identität von Kira ist zwar mit einigen starken Effekten gut in Szene gesetzt (Kira's Cardassianer-Maske, die Replikation ihrer Leiche...), gerät aber zu langatmig. Garak darf wieder einmal einen seiner verborgenen 'Trümpfe im Ärmel' ausspielen. Bereits zum zweiten Mal müssen wir ansehen, wie der hochsensibel erscheinende Mann seinen Gegner kaltblütig erschießt.
Dax hat sich in ihren vielen Leben sicher noch nie mit Muse auf der Erde umgesehen, sonst wäre ihr nicht entgangen, dass ein Rhinozeros schon mal gewaltige 3000 Kilogramm, aber keinesfalls 3000 Tonnen auf die Waage bringt. In den Nahaufnahmen der Gesichter sehen wir deutlich, dass die Cardassianer leuchtend orangefarbene Zungen haben; das ist neu, es war -zumindest bei Gul Dukat- bisher nicht so.
Wesentliche Rolle für Garak
"Dienstfrei": Morn, O'Brien (wird nur erwähnt)


52. The Abandoned
Der Ausgesetzte   EB
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Angesichts der Probleme um den jungen Jem'Hadar werden wir an TNG 123 erinnert. Wir erhalten Kenntnis von der gentechnischen Herkunft der Jem'Hadar, von ihrer angeborenen Intelligenz und Agressivität und auch von der genetisch fixierten Verehrung gegenüber den 'Gründern', die Odo eine gewisse Kontrolle über diese Kampfmaschine ermöglicht. (Der Krieger in Ep. 46 hatte das wohl 'vergessen'...) Und wir lernen den besonders perversen Kontroll-Mechanismus der 'Gründer' kennen: Alle Jem'Hadar sind schon bei ihrer Entstehung drogenabhängig!
Auftritt von Jake Sisko, "dienstfrei": Morn
53. Civil Defense
("Zivilabwehr")
In der Falle   EB
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Es mutet seltsam an, aber nach mehr als zwei Jahren ist die Station noch immer nicht vollständig übernommen, in einem erheblichen Teil der Räume rotten die Reste der Erzbearbeitungsanlagen vor sich hin, wie sie die Cardassianer verlassen haben. Wir erfahren weitere Einzelheiten über das grausame Regime, das die Besatzer unter Gul Dukat geführt haben. Von grotesker Brillanz ist der Drehbuch-Einfall, Dukat von seinem eigenen Repressions-Programm gefangennehmen zu lassen. Auch das automatische Replizieren einer Selbstschussanlage beeindruckt.
Wiedersehen mit Garak, Dukat und Jake
"Dienstfrei": Morn


54. Meridian
("Mittagsline", geografischer Fachbegriff, Längenkreis,
hier: Eigenname des Planeten
)
Meridian   EB
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Die Geschichte um Jadzia's erstes romantisches Abenteuer seit ihrer Vereinigung mit dem Dax-Symbionten gerät zum seifenoprigen Rührstück. Viel interessanter ist die Geschichte um Quark und seinen gutbetuchten Kunden 'Tiron', der um jeden Preis ein Hologramm von Kira haben will. Der Schlussgag, in dem das Hologramm einen super-attraktiven Kira-Körper* zeigt, der dann Quark's Kopf trägt, ist zwar mehr oder weniger vorhersehbar, aber dennoch recht erbaulich. In der Rolle des Kira-besessenen 'Tiron' sehen wir zum ersten Mal den enorm vielseitigen Jeffrey Combs, fünf weitere, größere STAR TREK-Rollen in insgesamt 41 Episoden folgen. Vergleiche auch 'STAR TREK - Eine Bilanz'.
"Dienstfrei": Morn (wird nur erwähnt)

55. Defiant (Eigenname des Schiffes)
Defiant   EB
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Dem STAR TREK-Liebhaber fällt schnell auf, dass dies nicht der Will Riker aus "The Next Generation" ist. Da sind die Leute von "Deep Space Nine" uns gegenüber im Nachteil, weil sie den echten Commander Riker kaum kennen. Die Darstellung der veränderten Verhaltensnuancen ist eine enorme Leistung von Jonathan Frakes. Nicht minder bewundernswert ist diplomatische Geschick von Benjamin Sisko.
Mit der Darstellung eines Geheimdienstes, der sich völlig der staatlichen Kontrolle entzogen hat, kommt wieder einmal etwas von der Kritik an den realen Verhältnissen der Gegenwart auf, für die STAR TREK einst berühmt-berüchtigt war. Aus amerikanischer Sicht besonders bemerkenswert: Captain Sisko fordert, die (auch im realen Amerika) übliche Todesstrafe für Thomas Riker auszusetzen.
Dies ist das einzige Wiedersehen mit Will Riker's Transporter-Zwilling Thomas nach seiner Entdeckung in TNG 150. Ihm ist klar, dass er allein Chief O'Brien nicht wird täuschen können...
Doch der Chief weiß möglicherweise gar nichts von Thomas Riker's Existenz, denn als dieser entdeckt wurde, war O'Brien bereits seit Monaten auf Deep Space Nine. Auf jeden Fall 'läuten die Alarmglocken' bei ihm diesmal zu spät.
Tricia O'Neil hat hier ihre dritte und letzte STAR TREK-Rolle, diesmal als abgrundtief finstere Geheimdienst-Offizierin. Wir kennen sie u.a. als 'Captain Garrett' in TNG 63.
Wir sehen die 'Maquis'-Kämpferin 'Kalita' aus TNG 176 wieder. Darstellerin Shannon Cochran läuft zur Hochform auf als Klingonen-Herrin 'Sirella' in 131; sie hat auch ein kleine. aber wichtige Rolle als romulanische Terror-Attentäterin in ST 10.
Um die Startfreigabe für die gekaperte "Defiant" zu erhalten, lässt Thomas Riker eine Maschinen-Überlastung simulieren: "Wir stehen 45 Sekunden vor einem Kernbruch!!" Synchronsprecher Detlef Bierstedt macht daraus komfortable "45 Minuten".
Wesentliche Rolle für Dukat
"Dienstfrei": Morn

56. Fascination ("Bezauberung")
Das Festival   EB
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In der letzten Episode Thomas Riker, diesmal Julian Bashir, und Vedek Bareil sowieso, Kira Nerys ist die mit Abstand meist-geküsste Frau im STAR TREK-Universum... Lwaxana Troi (Majel Barrett) zeigt bei ihren vorletzten Auftritt nicht so recht die gewohnte Hochform, sie scheint in den letzten 1½ Jahren erheblich gealtert. Bemerkenswert ist ihre Nena-ähnliche Pop-Frisur. Quark trägt aus gegebenem Anlass an seinem riesigen Ferengi-Ohr einen eben so riesigen bajoranischen Ohrschmuck. Noch ahnt er nicht, dass sein Bruder Rom einst dauerhaft einen solchen Schmuck tragen wird, als Affront gegen das Wesen der Ferengi, von dem er sich lossagt. (Ep. 118)
Nicht zum ersten Mal schütteln die Zuschauer den Kopf ob der ungeheuren 'Zickigkeit' von Keiko O'Brien.
Wiedersehen mit Lwaxana Troi, Jake, Vedek Bareil sowie Keiko und Molly O'Brien
57.-58. Past Tence
(grammatikalische Zeitform "Vergangenheit")
Gefangen in der Vergangenheit   EB 57   EB 58
ΘΘΘΘ
Nach fünf Wochen Weihnachtspause meldete sich "Deep Space Nine" mit einer schwer verdaulichen Doppelepisode zurück. Diesmal gibt es ernste Vorhaltungen wegen der wachsenden sozialen Probleme im realen Amerika, eine Geschichte in bester STAR TREK-Tradition. Dabei ist besonders fatal, dass in all den Jahren seit Produktion dieser Episode die Missstände exakt in der vorgezeichneten Richtung weiter gewachsen sind und auch auf Europa übergegriffen haben.
Der kleine 'Grady', der Dax' Kommunikator raubt, ist kein anderer als Clint Howard, wir kennen ihn als Siebenjährigen aus seiner Hauptrolle in Classic 3 (10), mit einer weiteren Rolle in Ent 19 wird er zunächst zum am längsten beschäftgten STAR TREK-Darsteller überhaupt. (Bis er 2009 überrundet wird von Altstar Leonard  'Spock' Nimoy.)
Die Episode TNG 94 hat den selben deutschen Titel.
"Dienstfrei" in beiden Teilen: Morn; in 58: Quark
An dieser Stelle legt die Serie erneut ein dreiwöchige Pause ein, in der der Start von "Voyager" erfolgt, sicher nicht zuletzt auch deshalb, weil die "Voyager" ihre Reise von "Deep Space Nine" aus antritt und deshalb die Kulissen der Station für einige Szenen des "Voyager"-Pilotfilmes gebraucht werden, in dem auch Quark und Morn auftreten.
59. Life Support ("Lebenserhaltung")
Der Funke des Lebens   EB
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Trotz aller Dramatik bleibt diese Episode blass. Zunächst scheint Winn einen weiteren Mordanschlag auf Vedek Bareil verübt zu haben. Dass dies nicht der Fall ist, kommt verwirrend und unglaubwürdig herüber, nur langsam erschließen sich die eigentlichen Motive der totalitär-populistischen Führerin. Weiteres erzählerisches Potential wird verschenkt bei der Frage um die Rückgabe ehemaligen cardassianischen Eigentums, sie hätte logisch dahin führen müssen, dass Cardassia die Übernahme der Station beansprucht.
Bashir betätigt sich bei der Behandlung des tödlich verletzten Vedek mehrfach als perfekter Erbe von 'Doktor Frankenstein'. Als Jake und Nog im Arrest sitzten, wirft Odo ihnen einen (fingierten) 'Einbruch beim tholianischen Botschafter'. Zu dumm nur, dass Tholianer unterhalb von 200°C zu erfrieren pflegen (Ent 94), weswegen niemals ein Mensch (oder Ferengi) das Quartier eines Tholianers betreten könnte...
Wiedersehen mit Jake, Nog und Kai Winn, (vor-)letzter Auftritt für Vedek Bareil, vergleiche 132.
"Dienstfrei": Morn

60. Heart Of Stone
Herz aus Stein   EB
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Ein weiteres schwaches Rührstück, zumindest was die Geschichte um Odo und Kira angeht. Ganz anders dagegen sieht die Entwicklung von Nog aus: Gegen alle Widerstände will er der erste Ferengi in der Sternenflotte werden. Mit welcher Leidenschaft und logischen Sicherheit er Sisko von seinem Vorhaben überzeugt, ist einfach brillant. Nog's Darsteller, der kleinwüchsige Aron Eisenberg, ist zu dieser Zeit bereits 26 Jahre alt. Für lange Zeit bleibt er der Spezialist für anspruchsvolle Kinderrollen. Vergleiche auch Voy 21.
Wiedersehen mit Jake und Rom, wesentliche Rolle für Nog, überraschender Auftritt der 'Gründerin'
"Dienstfrei": Morn
61. Destiny ("Schicksal")
Trekors Prophezeiung   EB
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Dass diese Episode trotz allen 'Mystizismus' glaubwürdig und sehenswert bleibt, verdankt sie vor allem dem brillanten Realismus im Detail: Von der Figur des fanatischen ausgestoßenen Priesters über das interkulturelle Missverständnis zwischen O'Brien und seiner cardassianischen Kollegin bis hin zum terroristischen Alleingang des Geheimdienstes wirken die Einzelheiten lebensnah. Und der Freiraum zwischen Glaube und Logik bleibt am Ende offen ...
Erick Avari ('Vedek Yarka') hatte eine Kleinrolle als romulanischer Diplomat in TNG 108 (107), wir sehen ihn noch einmal in einer weiteren mystischen Rolle in Ent 6.
"Dienstfrei": Morn (wird nur erwähnt)


62. Prophet Motive
Das Motiv der Propheten   EB
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Die Geschichte um den 'umgedrehten' Groß-Nagus Zek ist gelungen grotesk. Durchaus glaubwürdig auch die Aktion von Quark; vor allem seine Argumentation gegenüber den Wurmloch­Wesen ist brillant, und letztlich rettet er damit die Kultur der Ferengi und damit auch seine eigene Identität. Am Ende landet der ungeholfene Rom den perfekten Streich, indem er die Gunst der Minute nutzt, um straffrei das Vermögen von Zek zu unterschlagen. Leider hören wir nie wieder etwas von Rom's plötzlichem Reichtum. Endlich hat Morn wieder einmal einen seiner gewohnten Auftritte im Hintergrund. Quark handelt hier mit 'selbst-versiegelnden Stammbolzen'; im Original-Dialog sind sie identisch mit den 'selbstdichtenden Schaftbolzen' aus Ep. 15.
Hauptrollen für Zek (mit Diener) und Rom
63. Visionary
Der Visionär   EB
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Rein dramaturgisch eine recht gelungene Zeitsprung-Geschichte, diesmal mit etlichen kurzen Sprüngen. Äußerst selten ist die Darstellung, dass eine zeitversetzte Person mit ihrem Ich in der Zukunft interagiert, das wird von Wissenschaftlern wie von SciFi-Autoren allgemein als kritisch betrachtet. Mit Recht, wie uns diese Episode zeigt: Denn mit beinahe zwingender Konsequenz folgt der Bruch der temporalen Logik: Der tödlich verstrahlte Chief wird mit seinem zukünftigen Ich ausgetauscht, das an seiner Stelle zurückkehrt! Das bedeutet, dass der zurückgekehrte Chief von nun an weiter nichts tut, als der bald folgenden Ankunft seines sterbenden Ich entgegenzusehen, um dann wieder zurückzukehren, um der bald folgenden Ankunft...
Ergebnis: Der Chief ist tot, sein anderes Ich steckt in einer Zeitschleife fest. So oder so, wir sehen Miles Edward O'Brien nie wieder! Oder?...
Oder der zurückgekehrte Chief hat das ärgste verhindert, wird nun nicht verstrahlt in die Zukunft geschickt und kehrt nicht zurück, um das ärgste zu verhindern, was zur Zerstörung der Station führt ...
Jack Shearer (der romulanische Chef-Unterhändler) hat hier seine zweite STAR TREK-Rolle, wir sehen ihn künftig noch mehrfach als Admiral beim Kommando der Sternenflotte.
64. Distant Voices
Ferne Stimmen   EB
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Eine brillante Story um das Zusammenwirken von (mehr oder weniger) fiktiven 'Lebensgeistern', gewürzt mit besonderen darstellerischen Leistungen der Stamm-Crew, die hier nicht die üblichen Hauptcharaktere, sondern Teile von Bashir's Bewusstsein darstellen und deshalb anders als gewohnt agieren muss. Auch Garak hat wieder eine seiner undurchsichtigen Glanzrollen. Die überaus gelungene Maske des rapide alternden Bashir bringt der Serie einen weiteren Fernsehpreis ein. Zum ersten Mal sehen wir einen Odo, der bei einer Verletzung nicht seine menschliche Gestalt behält, sondern -artgerecht- zerfließt.
Der Auslöser der Gewalttat, das 'biomimetische Gel' (was immer das sein mag), muss eine extrem kostbare Substanz sein. Und hier geht es gleich um 'einige hundert Milliliter'! Commander Riker genügte ein Jahr zuvor ein halbes Gramm davon, um den Yridianer-Captain 'Yog' zum Verrat an den gefährlichen Duras-Schwestern zu veranlassen (TNG 173).
Wesentliche Rolle für Garak
"Dienstfrei": Morn (wird nur erwähnt)
66. Through The Looking Glass (gesendet als 65.**)
Durch den Spiegel   EB
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Schon in der halsbrecherischen Aktion von 'Anti-O'Brien' wird deutlich, wie gegensätzlich die Bewohner beider Welten sind. Damit scheint Sisko's Aufgabe, den 'Anti-Sisko' zu imitieren schier unlösbar, um so mehr, da ihn das Treffen mit dem 'Gegenstück' seiner verstorbenen Frau enorm stressen wird. Aber erst einmal kann er der Gelegenheit nicht widerstehen und genießt die 'hautnahe Zusammenarbeit' mit 'Anti-Dax'; irgendwo in seinem Inneren liebt er sie innig, diese Frau, die er gerne 'alter Mann' nennt ...
Der Zuschauer ist erstaunt, wieso 'Anti-Tuvok' (Tim Russ) auf der Station ist. Aber klar: Im Parallel-Universum gibt es keinen 'Maquis', und deshalb ist dort auch nicht drei Monate zuvor die "Voyager" gestartet. Mehr und mehr wird deutlich, dass eine dauerhafte Parallel-Entwicklung in beiden Welten logisch nicht haltbar ist. Vergleiche Classic 39 (33).
"Through The Looking Glass" ist auch der Titel eines beliebten Kinderbuches, es ist die Fortschreibung von Lewis Carroll's "Alice in Wonderland", aus dem schon in Classic 17 (15) zitiert wird.
Zum ersten Mal greift die im Pilotfilm verstorbene Jennifer Sisko (Felecia M. Bell, *1960) in die Handlung ein, außerdem Gastrolle für 'Tuvok' aus "Voyager" sowie Auftritte von Rom und Garak.
"Dienstfrei": Morn (wird nur erwähnt)
65.-67. Improbable Cause - The Die Is Cast
("Ein unwahrscheinlicher Fall" -
"Die Würfel sind gefallen", gesendet als 66.−67.)
Der geheimnisvolle Garak
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Nachdem wir auf der "Voyager" einen negriden Vulkanier kennengelernt haben, sehen wir nun, dass es auch unter den Romulanern Farbige gibt. Interessanterweise sind es die 'alten Feinde' aus dem Alpha-Quadranten, die Cardassianer und die Romulaner, die den Krieg in das Dominion tragen. Dass die "Defiant" in letzter Sekunde erscheinen würde, um Odo und Garak herauszuhauen, ist allzu absehbar, es wäre spannender gewesen, wenn Sisko's Absicht vorher nicht so überdeutlich erörtet worden wäre.
In Odo's cardassianischem Informanten sehen wir, kaum erkennbar hinter seiner Schatten-Maske, einen weiteren Auftritt des inzwischen 71−jährigen Classic-Gaststars Joseph Ruskin. Zweite von vier Gastrollen für LeLand Orser, wir sehen den als Romulaner getarnten 'Gründer' u.a. in der Hauptrolle von Voy 73 wieder.
Wiedersehen mit Sicherheitsoffizier Eddington in 67
Wesentliche Rolle für Garak
"Dienstfrei" in beiden Teilen: Quark, Morn
Mit dem ‚Kon Tiki‘-Floß durch die Galaxie
Fiktion ohne Sinn und Verstand
68. Explorers
Die Erforscher   EB
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Eigentlich sollte diese Episode wohl eine Reminiszenz an den großen Thor Heyerdahl werden, aber die Umsetzung ist völlig unglaubhaft: Die Idee einer interstellaren Reise mit solch einer 'Flügelspinne' ist hanebüchener Unsinn*. Unter gar keinen Umständen hätten die 'Explorers' ihre Tour überleben können! Von den 'Alt-Bajoranern' ganz zu schweigen ... Das ganze ist nicht nur unglaubhaft, sondern unglaublich.
Grotesker Fehler: Die blamierten Cardassianer machen gute Miene und lassen das Begrüßungsfeuerwerk für die Helden gewaltig krachen. Dabei dringen Töne bekanntlich nicht durch den leeren Weltraum ...
Was bleibt überhaupt übrig von dieser aberwitzigen Episode:
Benjamin Sisko möchte 'sich verändern', er trägt nun einen Bart. Genau zum rechten Augenblick weiß sein inzwischen 17−jähriger Sohn Jake von einer interessanten Frau zu berichten: Sie ist Frachter-Captain... und wird -nach einiger Zeit- tatsächlich Vater Sisko's neue Partnerin...
Wenn auch hier noch kaum absehbar, aber ebenfalls von bedeutender Langzeitwirkung: Der Einstieg für das bildschöne Dabo-Mädchen 'Leeta', die den inzwischen über 30−jährigen Julian Bashir unglaublich pubertär auftreten lässt ...
Wesentliche Rolle für Jake, Auftritt von Gul Dukat und Leeta

69. Family Business
Familienangelegenheiten   EB
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Eine Gala-Episode für Ferengi-Fans. Erneut benutzt STAR TREK einen völlig fiktiven Umstand, um ein heikles Thema unserer Realität vorurteilsfrei zu behandeln (siehe auch TNG 35). Diesmal geht es um persönliche Freiheit, die durch festgefahrene Traditionen massiv eingeschränkt wird. Die bekannte Vorschrift, dass Ferengi-Frauen keine Kleider tragen dürfen, wird gezielt zur grotesken Überspitzung geführt, und erfordert - als besondere Spezialität - eine 'Ganzkörper-Maske' für Quark's Mutter Ishka. Darstellerin Andrea Martin (*1947) erträgt die Strapazen der Maske jedoch nur dies eine Mal und gibt die Rolle danach ab. Nach der Umbesetzung wird nie wieder eine unbekleidete Ferengi-Frau gezeigt.
Mit dem gnadenlos korrupten Beamten 'Brunt' wird ein weiterer Nebencharakter eingeführt, der uns bis zum Ende der Serie begleiten wird. Dies ist die erste permanente STAR TREK-Rolle für Jeffrey Combs (*1954); er ist unter der Ferengi-Maske kaum zu erkennen.
Doch die wesentliche Veränderung betrifft Benjamin Sisko: Nachdem er in Ep. 66 Gelegenheit hatte, mit dem Ebenbild seiner verstorbenen Frau abzuschließen, ist er nun offen für eine neue Partnerin. Nicht von ungefähr trägt er seit der vorigen Episode einen Kinnbart. Das von Jake vermittelte Treffen mit Frachter-Captain 'Kasidy Yates' (Penny Johnson, *1961) verläuft vielversprechend. Sie ist als negrider Erdling angelegt, genau wie Ben Sisko und seine verstorbene Frau; damit fällt eine ganze Reihe komplizierter Konfliktfelder von vornherein 'unter den Tisch'.
Der kurze Auftritt von Bashir und O'Brien vor Quark's verschlossener Bar erscheint völlig sinnlos, man gewinnt den Eindruck, er ist nur eingebaut worden, weil die beiden (vielleicht wegen irgend einer Vertragsklausel) eben auftreten müssen. Und ein solcher Eindruck ist keine Ausnahme, gleich in folgenden Episode ist Dax in ganz ähnlicher Weise betroffen.
Einstieg für Brunt, Ishka und Kasidy Yates

70. Shakaar (Eigenname)
Shakaar   EB
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Nach ihrer scheinbaren 'Läuterung' in Ep. 59 zeigt Winn nun wieder ihr gewohntes Gesicht, als sie (nach dem verdächtig plötzlichen Tod des Priemierministers) neben der religiösen Führung auch noch die Regierungsgewalt an sich bringt. Typisch: Sie fordert von Sisko immer wieder 'Unterstützung für Bajor' und meint damit ausschließlich Unterstützung für sich selbst. Da scheint es durchaus angebracht, wenn Sisko sie mit der Anrede 'Vedek Winn' herabsetzt, doch diese Provokation findet sich nur in der deutschen Fassung.
Die letztendliche Lösung ist zwar recht 'seltsam', aber unter den gezeigten Umständen doch irgendwie glaubwürdig und vor allem originell.
'Shakaar'-Darsteller Duncan Regehr (*1952) ist auch Dr. Crushers 'Lieblingsgeist' in TNG 166. Der Dart-spielende Vulkanier 'Syvar', Sherman Howard, ist u.a. identisch mit 'Endar', dem Gast-Charakter in TNG 76 (78).
Wiedersehen mit Kai Winn

71. Facets
Facetten   EB
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Gewöhnungsbedürftige Episode mit hohem Fantasy-Anteil. Die 'Überleitung' der 'Erinnerungen' über einen (unvereinigten!) Trill ist für mitdenkende Zuschauer ebenso wenig nachvollziehbar, wie die 'Vereinigung' zwischen Curzon und Odo (denn keiner der beiden ist ein Symbiont!). Da ist das kitschige Liebesbekenntnis von 'Curzodo' und Jadzia's noch verkitschtere Erwiderung fast noch ein Lichtblick ...Die "Methode", mit der Jadzia den skeptischen Quark zur Kooperation "überredet", ist schmerzhaft sexistisch.
Peinlicher Patzer: Es wurde 'vergessen' (das heißt, der Drehbuch-Autor wurde nicht darüber informiert), dass Dax in Ep. 24 noch einen achten Wirt hatte: Ein eifersüchtiger Trill namens 'Verad' hatte damals den Dax-Symbionten für kurze Zeit an sich (und in sich) gebracht und der danach wieder hergestellten Jadzia Dax ein weiteres Leben voller Erinnerungen beschert.
Viel interessanter ist wieder einmal die Nebenhandlung: Nog gibt alles, um die Eignungstests für die Akademie zu bestehen. Voller Stolz trägt er zum ersten Mal die Uniform der Sternenflotte.
Zweite, zunächst noch kleine Rolle für 'Leeta' (Chase Masterson, *1963),
Wiedersehen mit Rom, Nog und Jake Sisko
72. The Adversary
Der Widersacher   EB
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In der Abschluss-Episode werden wir wieder massiv an die wachsende Militanz erinnert. Wir sehen die paranoide Verfolgung eines formwandelnden Dominion-Spions, wobei der unsympathisch wirkende 'Eddington' gezielt als 'falsche Fährte' für die Zuschauer eingesetzt wird. Odo begeht (aus der Sicht seines Volkes der 'Gründer') einen krassen Tabubruch, indem er den feindlichen Wechselbalg nicht nur verletzt, sondern sogar tötet; das wird Folgen haben. Schließlich erfahren wir, dass die Formwandler bereits alle wesentlichen Stellen der Föderation infiltriert haben. Damit hat der Krieg eigentlich schon begonnen, für die vierte Staffel sind nun massive Kampfhandlungen zu erwarten.
Zum ersten Mal erwähnt Benjamin Sisko (von nun an Captain) seinen Vater, der uns in den weiteren Staffeln mehrmals begegnet. Den Darsteller des ausgetauschten Botschafters, Lawrence Pressman, sehen wir auch als Kira's 'Beinahe-Vater' 'Tekeny Ghemor' in Ep. 51 und 117.
Auftritt von Jake Sisko, wesentliche Rolle für Lt. Cmd. Michael Eddington
"Dienstfrei": Morn