STAR TREK - Enterprise
98. These Are The Voyages ...
("Dies sind die Reisen ...")
Dies sind die Abenteuer   EB
ΘΘΘ Λ *
Der Zuschauer, der sich anfangs noch in der Serie "Enterprise" glaubt, stutzt erst einmal, als von der Stilllegung der "Enterprise NX−01" die Rede ist. Doch dann tönt plötzlich eine seltsam vertraute Stimme aus der Com-Anlage, und Commander Riker(!) kommt in's Bild: Wir befinden uns im Jahr 2370, und zwar auf einem Holodeck der "Enterprise−D".
Es läuft eine Simulation des letzten Fluges der "Enterprise NX−01" im Jahr 2161, also sechs Jahre nach dem Ende von "Enterprise". (Die Hauptcharaktere tragen auffallend veränderte Frisuren...) Wie wir aus dem Gespräch zwischen Riker und Troi erfahren, sind wir mitten in Episode TNG 164, in der Riker einen extremen Gewissenskonflikt zu bewältigen hat. In einem krassen Synchron-Fehler erklärt die deutsche Stimme von Riker, der 'Vertrag von Algeron' erlaube der Föderation das Entwickeln von Tarntechnologie. Erst zum zweiten Mal (nach Arik Soong's Schlussmonolog in Ent 82) wird ein Bezug zu "The Next Generation" hergestellt. Angesichts der baldigen Verschrottung der "NX−01" sagt Malcolm Reed 'All good things' [...must end] ('Alle guten Dinge' [...müssen enden]). Der Synchron-Autor ist diesmal gut informiert: Dies ist auch der Titel des TNG−Schluss-Filmes. Er übersetzt traditionsgerecht mit 'Gestern, heute, morgen', auch wenn das nicht so recht dem ursprünglichen Sinn entspricht.
In der Bar-Szene gleich nach dem Haupttitel sehen wir zwei Ferengi im 'Ten-Forward' ('Zehn Vorn'), die zu dieser Zeit keinesfalls an Bord gewesen sind. Auch Captain Picard und Data sind anwesend - als Statisten! Erklärung: Dies ist eine 'Recycling'-Szene aus einer der wenigen Episoden, in der tatsächlich Ferengi auf der "Enterprise−D" sind: TNG 72.
Sonst ist weitestgehend auf die Übernahme alter Aufnahmen verzichtet worden, die beiden Gaststars haben es ohnehin schwer, nach über elf Jahren wieder in ihre alten Rollen zu schlüpfen: Wer genau hinschaut, erkennt das Korsett, das der inzwischen fast 53−jährige Jonathan Frakes benötigt, um halbwegs in Riker's Uniform zu passen. Marina Sirtis (jetzt 45) ist hingegen so stark abgemagert, dass man Teile ihres Gesichts mit der Frisur verdecken muss, sie sieht ihrem jüngeren Ich aus "The Next Generation" kaum noch ähnlich. (Schon bei der Veröffentlichung von ST 10 hat man gefrotzelt, Troi's Maske dauere inzwischen länger als die Verwandlung von Michael Dorn in ' Worf '. Welch ein Glück, dass auch die Großen dieser Welt von diesem und jenem Ungemach nicht verschont bleiben ...) Dafür sind die deutschen Synchronstimmen der beiden gut gewählt, es sind wieder die altbekannten Sprecher vom Beginn der Serie "The Next Generation", Detlef Bierstedt und Ulrike Lau.
Der Com-Dialog zwischen Troi und Data lebt vom Wortwitz eines amerikanischen Slang-Ausdruckes*, der leider nicht übersetzbar ist. Die deutsche Version schmerzt beinahe so im Ohr, wie die deutsche Stimme von Captain Kirk in der Schluss-Sequenz.
Sehr selten: Commander Riker trägt in der Simulation ein holografisches Kostüm: Als er das Programm beendet, verschwindet seine "NX−01"-Uniform, und er steht in der schwarz-roten Standard-Uniform aus "The Next Generation" da.
Als Riker in der Besatzungsliste der "Pegasus" 'schmökert', erscheinen dort mit 'Cmr. Ronald Moore' und 'Lt. Dawn Velazquez' zwei führende Mitglieder des Drehstabes. Später, bei der großen Gründungsversammlung am Schluss, sitzt anstelle von 'echten' Statisten ein Großteil des 'Creative Staff' in den Sitzreihen hinter der "Enterprise"-Crew.
Das Gründungsjahr der Föderation (vergleiche TNG 116) ist auch das Gründungsjahr der Sternflotten-Akademie (DS9 84).
Mit 'Trip' Tucker sehen wir zum vierten Mal einen Hauptcharakter 'auf offener Szene' sterben (bisher: Tasha Yar in TNG 22 (23), Jadzia Dax in DS9 150 und Data in ST 10).
Ein Mal mehr verdient sich ein 'aufsteigender Stern' frühe TV-Ehren in STAR TREK: Jasmine Anthony* (Shran's Tochter) ist eben erst 8½.
Wir erleben großartige Gastauftritte von Riker, Troi und Shran und ein letztes Wiedersehen mit Porthos.

·  Unter den Marodeuren ist einer der in "Voyager" gezeigten 'Kazon'. Sie sind jedoch im Jahr 2370 im Alpha-Quadanten noch unbekannt und können den Raum der Föderation nicht vor 2500 erreichen.
Peinliche Patzer am Rande:
· Es ist 'übersehen' worden, dass Riker und Troi sich in der Serie "The Next Generation" bei weitem nicht so nahestehen, wie das hier gezeigt wird. Erst neun Jahre später werden sie ein Ehepaar.

· Zefram Cochrane hat auf keinen Fall den 'Durchbruch beim Warp 5-Komplex' erlebt, er ist ab dem Jahr 2117 verschollen (Classic 31 (38)), die Sternenflotte ringt noch 2143 um Warp 2 !
Insgesamt muss man bekennen, dass diese endgültige Abschluss-Episode zu wünschen übrig lässt, auch wenn sie bei weitem nicht so schwach ist wie ST10 "Nemesis". Es ist mehr als bedauerlich, dass STAR TREK nach vier Jahrzehnten voller beispielloser Erfolge so 'sang- und klanglos' untergeht.