STAR TREK · Die Auferstehung

ComeBack auf der Leinwand

Die Mondlandung von Neil Armstrong und Edwin 'Buzz' Aldrin im Juli 1969 erhöht schlagartig überall in der Welt das Interesse für die Raumfahrt; in den USA bricht eine regelrechte Weltraum-Euphorie aus. 1971 erhält ein Kleinplanet den Namen Mr. Spock. STAR TREK wird von immer mehr Sendern mit wachsendem Erfolg wiederholt und tritt endlich aus dem Schattendasein einer B−Serie mit kleiner 'eingeschworener' Fan-Gemeinde. Die Serie verbreitet sich alsbald über die gesamte westliche Welt, die ersten deutschen Synchron-Versionen entstehen 1972. Dazu erscheint 1973−1974 die "Animated Series". Im Laufe weniger Jahre wird die Stimme der 'Trekkies' in den USA so gewaltig, dass 1976 ein Vorläufer des 'Space Shuttle' −unter riesigem Jubel− auf den Namen "Enterprise" getauft wird. Diese "Enterprise" ist jedoch nur ein Testmodell, sie kann die Erdatmosphäre nicht verlassen. Natürlich ertönen immer dringlichere Rufe nach einer Fortsetzung von STAR TREK, doch es gibt dabei ein wesentliches Problem:
Es fehlt 'Mister Spock'. *
Dass Darsteller Leonard Nimoy schon seit längerem mit der Rolle die ihn berühmt machte auf Kriegsfuß steht, ist Eingeweihten bekannt. Noch während seiner Mitarbeit an den "Animated Adventures" verfasst er sein Buch mit dem Titel "Ich bin nicht Spock", das 1976 erscheint.
So gibt es ab 1975 mehrere Anläufe für eine Nachfolge-Serie "STAR TREK II" ohne Spock. Ein Start-Bestand von insgesamt neunzehn Drehbüchern wird zusammengetragen, 1977 soll sogar schon mit dem Bau der Kulissen begonnen worden sein. Doch "STAR TREK II" kommt nie zustande.

Statt dessen beginnen 1978 die Arbeiten an einem Großprojekt für das Kino:
Die Helden kehren zurück
Ihre Nachfolger müssen gehen

STAR TREK: The Motion Picture
STAR TREK - Der Film
7. Dezember 1979   FB
Θ *

Obwohl die angespannte Erwartung des Publikums diesem Film letztendlich zu einem akzeptablen kommerziellen Erfolg verhilft, lässt sich seine Wirkung auf einen Satz reduzieren: Das war ein 'Schuss in den Ofen'. Die Produktion verläuft über weite Strecken chaotisch. Schon vor Beginn des eigentlichen Drehs wechselt mehrfach das Personal am Set, insbesondere der Regisseur. Die Zulieferer der Trickszenen werden gefeuert, nachdem sie Unsummen für unbrauchbares Material ausgegeben haben. Die Gesamtkosten des Filmes summieren sich am Ende auf (damals) aberwitzige 44 Millionen Dollar.
Regisseur wird letztendlich Altmeister Robert Wise, der zwar ein hervorragender Leiter ist, jedoch nie zuvor auch nur eine Episode STAR TREK gesehen hat und dies nur teilweise nachholen kann. Dieser Umstand wird oft als Erklärung angeführt für die erstaunlichen Parallelen zur Handlung von Classic 37 (32). Die Zuschauer titeln sarkastisch "STAR TREK: Where Nomad Has Gone Before" ("Wo Nomad bereits gewesen ist"). Doch der Kinofilm basiert auf dem Drehbuch zum Pilotfilm von "STAR TREK II", das demnach diesen Mangel auch gehabt haben muss.
Wir hören hören zum ersten Mal die neue Titelmusik von Jerry Goldsmith, die auch in "The Next Generation" ("Das nächste Jahrhundert") verwendet wird. Obwohl völlig neu arrangiert, lehnt sie sich doch an das Thema der Classic-Serie an.
Die Handlung wird von circa 80 min (für den Pilotfilm) auf 124 min gedehnt, was dem Film zu einer Langatmigkeit verhilft, die den Zuschauern den Anti-Titel "STAR TREK - The Motionless Picture" (in etwa: "Das Standbild") eingibt.
Wie es Wise gelungen ist, Leonard Nimoy zum Set zurückzuholen, wird wohl ein Geheimnis bleiben (Nimoy selbst erklärt später, er habe einfach nur nicht der Einzige sein wollen der fehlt). Offensichtlich geschieht das erst, als die Dreharbeiten schon begonnen haben und mit 'Sonak' (Jon Rashad Kamal) ein neuer Vulkanier eingeführt ist. Also überlässt man ihn einem schrecklichen Transporter-Unfall, bei dem Chief Janice Rand (Grace Lee Whitney, vergleiche Classic, Staffel 1) nicht eben gut dasteht. Auch Christine Chapel ist wieder mit an Bord, doch sie hat Medizin studiert und ist nun Ärztin; passent zur 'Seriosität' ihres neuen Ranges verzichtet sie auf die hohe weiß-blonde Perücke und auch auf die fingerdicke Puder-Schminke-Maske; beides war für die frühere 'Schwester Chapel' typisch.
Der junge 'Captain Decker' hat bereits auffallende Ähnlichkeit mit William Shatner's tatsächlichem Rollen-Nachfolger Chris Pine (ab 2009).
Zum zweiten Mal tragen Kirk und Spock Raumanzüge, bei Spock ist es sogar ein frei beweglicher 'Raketenanzug', wie er auch im zeitgleich gedrehten '007'−Thriller "Moonraker" gezeigt wird.
Eine Neuerung, die in den späteren Serien und Filmen beibehalten wird, sind die stark veränderten Masken der Klingonen. (Unter der Maske des Klingonen-Captain, praktisch völlig unkenntlich, steckt Mark Lenard, der Darsteller von Spock's Vater Sarek.) Dagegen sind sowohl die klingonischen als auch die vulkanischen Sprach-Sequenzen einfach lautmalend nachsynchronisiert; Bei der Produktion sprechen die Akteure durchweg Englisch. Mark Okrand's Kunstsprache Klingonisch entsteht erst fünf Jahre später für den dritten Kinofilm, eine sinngebende Sprache Vulkanisch wird nie geschaffen.
2000 erscheint eine um (noch) sieben Minuten längere "Director's Edition" als Kauf-Video. Ein Großteil der zusätzlichen Spielzeit entfällt auf einen vorangesetzten Schwenk durch den leeren Weltraum, bei dem man bei leichter Musik fast drei Minuten lang weiter nichts sieht als Sterne und Sterne und Sterne. Der Rest ist sekundenweise über den Film verstreut, es gibt sogar Details, die in der "Director's Edition" fehlen. Da der Stammsprecher von James T. Kirk, 'Synchron-König' Gerd Günther Hoffmann*, 1997 verstorben ist, hat man die hinzugefügten Szenen mit der bewährten 'Ersatzstimme' synchronisiert: Klaus Sonnenschein hatte bereits im zweiten und dritten Kinofilm überzeugt. Auch Spock-Sprecher Herbert Weicker lebt seit 1997 nicht mehr, die Nach-Synchronisation (sowie 'Spock Pime' in ST 11 und ST 12) übernimmt Norbert Gescher.