Wahre Helden sind stärker als der Tod

STAR TREK III: The Search For Spock ("Die Suche nach Spock")
STAR TREK III - Auf der Suche nach Mr. Spock
1. Juni 1984   FB
ΘΘΘ Λ *

Wie schon der erfolgreiche Vorgänger setzt auch dieser Film vordergründig auf gewalttätige Härte und Action. Entsprechend passend wirkt auch hier die deutsche Kirk-Stimme von Klaus Sonnenschein, er wird ab dem folgenden Film wieder von Stammsprecher Gerd Günther Hoffmann abgelöst.
Dieser Film schließt unmittelbar an ST 2 an. Dem aufmerksamen Zuschauer fällt sofort die Umbesetzung der Vulkanierin Saavik auf: Darstellerin Kirstie Alley war wegen einer maßlosen Gagenforderung gefeuert worden, sie soll eine höhere Bezahlung verlangt haben als DeForest Kelley (Dr. McCoy). Die 'neue' Saavik (Robin Curtis) ist denn auch eine ganz andere: Weich, einfühlsam, feminin. Und in Gegenwart von Kirk völlig zurückhaltend.
Als die "Enterprise" zu Beginn die Raumbasis anfliegt, sehen wir unter den wartenden Statisten auch Janice Rand (Grace Lee Whitney). Die Karriere dieser Frau ist beachtlich: In der Classic-Serie ist sie 'Yeoman' ohne akademische Ausbildung. In ST 1 ist sie Transporterchief und trägt folgerichtig Unteroffiziers-Abzeichen. Doch dann folgt ein steiler Karriereknick: Hat sie mit über Vierzig noch die Sternenflotten-Akademie absolviert? Und selbst wenn: Die Janice Rand, die wir bisher kennen, verfügt über keinerlei Führungsqualitäten, wie hätte sie binnen acht Jahren bis zum Commander aufsteigen können?
'Admiral Morrow' argumentiert, dass die "Enterprise" bereits zwanzig Jahre alt sei. Weit daneben, das war sie, als James Kirk sie 2165 übernahm! Inzwischen sind es exakt vierzig Jahre.
In der Kampf-Sequenz zwischen Kirk und dem klingonischen Captain schlägt William Shatner's Stunt-Double einen lockeren Salto, der für einen eher korpulenten Mann von über 50 nicht sehr glaubwürdig aussieht, mag er auch noch so fit sein.
Ein kleiner Anflug von Humor: Scotty kommentiert den aus seiner Sicht lächerlichen 'Trans−Warp'-Antrieb der "Excelsior" mit den Worten: 'Wenn meine Großmutter Flügel hätte, könnte sie fliegen.' (Im Original: 'Wenn meine Großmutter Räder hätte, wäre sie ein Planwagen.') Und tatsächlich gelingt es ihm, den Antrieb der "Excelsior" wirksam zu sabotieren und den etwas blasierten Captain zu blamieren. Einen weiteren schwachen Humor-Versuch macht Kirk, als er am Ende mit dem letzten an Bord verbliebenen Klingonen über dessen Hinrichtung diskutiert. Einzigartig in STAR TREK: Auf der "Enterprise" und auch in der Raumstation tragen die Sicherheitsleute eine gepanzerte Schutzkleidung mit Helm.
In der Offiziersmesse der Station erfreuen sich einige Statisten an ruhig vor sich hin schnurrenden Tribbles.
Für die Darstellung des "besessenen" McCoy* übernimmt DeForest Kelley ein wesentliches Details von Leonard Nimoy's Mimik: Er zieht immer wieder die rechte Augenbraue hoch, so wie es Spock so viele Male getan hat...
Wir hören in diesem Film, neben einigen Worten Vulkanisch, die nun endlich 'echtes' Klingonisch: Marc Okrand's Kunstsprache ist da, und ein Jahr später erscheint in den USA das erste klingonische Wörterbuch. (Noch weiß niemand, dass sich schon gut 130 Jahre zuvor Menschen in diesen Sprachen versucht haben, vergleiche Ent 1−2).
Diesmal lässt 'Captain Styles' die "Excelsior" mit "einem Viertel Impuls" aus dem Raumdock 'heizen'...
Auf der Brücke (im Gespräch mit Kirk um 'militärische Ehren') sehen wir den inzwischen 25−jährigen Phil Morris wieder, es ist sein zweiter von fünf STAR TREK-Auftritten nach dem Debüt vor 18 Jahren in Classic 12 (8).
Der Darsteller des aggressiven Klingonen-Captain Kruge, Christopher Lloyd, brilliert bereit 1975 als Psychopath in "One Flew Over The Cuckoo's Nest" ("Einer flog über das Kuckucksnest"). Weltweit populär wird er ab 1985 als 'Doc Brown' in Robert Zemeckis' Trilogie "Back To The Future" ("Zurück in die Zukunft").
Merritt Butrick (Kirk's Sohn David) sehen wir noch einmal vier Jahre später in TNG 23 (22). Bereits schwer von Krankheit gezeichnet spielt er dort den drogenabhängigen 'T'Jon'. Er stirbt 1989 an AIDS.