Humorvoll-abenteuerliche Spritztour durch die Zeit

STAR TREK IV: The Voyage Home ("Die Reise nach Hause")
STAR TREK IV - Zurück in die Gegenwart
26. November 1986   FB
ΘΘΘΘΘ *
(vergleiche auch 'FP'-Artikel von 2011 und 2015)

Da die Handlung auch in diesem Film nahtlos weiterläuft, beginnt er mit einer Rückblende über ST 2 und ST 3. Die Geschichte selbst ist an und für sich völlig aberwitzig, und wohl gerade deshalb ist dies der populärste aller STAR TREK-Filme. Außerdem ist 'Umweltschutz' beim Publikum stets ein beliebtes Thema, vor allem wenn er weit weg stattfindet und die eigene Bequemlichkeit nicht stört... Was die Macher des Films nicht wissen können: Zu dieser Zeit haben erste Schutzmaßnahmen bereits 'gegriffen'; der Tiefpunkt des Wal-Bestandes lag 1982.
Die Namen der beiden Wale, 'George' und 'Gracie', gehen auf die frühere "George Burns & Gracie Allen Show" zurück, von der im amerikanischen Fernsehen der 1950er Jahre fast 300 Episoden liefen.
Endlich, nach zwei echt harten Filmen, kommt auch der Humor zu seinem Recht: Sowohl der Auftritt von 'Professor' Scott in der Plastfabrik als auch die Slapstick-Einlage bei Pavel's Rettung aus dem 'antiquierten' Krankenhaus sind Meisterstücke der Komödie. Auch das Enttarnen des gewaltigen "Bird Of Prey" vor dem (zweifellos norwegischen) Walfangschiff verführt zu einem Freudenschrei. Hinzu kommt die nur allzu menschliche Darstellung der (1986er) Gegenwart, um so mehr, da der hochintelligente Spock in diesem, ihm völlig fremden Umfeld als kompletter Trottel dasteht.
Dennoch steckt gerade dieser Film voller Ungereimtheiten:
Zunächst wissen wir, dass Tarnvorrichtungen innerhalb der Atmosphäre praktisch wirkungslos sind (vergleiche TNG 21). Und ist es nicht auch sehr fragwürdig, dass Scotty dem Ingenieur in der Plast-Fabrik so einfach eine neue Technologie überlässt? (In der Realität vergehen noch 18 Jahre bis zur Entwicklung des 'transparenten Aluminiums'.) Auch Dr. McCoy kann sich nicht zurückhalten, er verabreicht einer schwer leidenden Patientin Medizin des 23. Jahrhunderts, pfeif auf die Zeitlinie! Da wundert es auch nicht mehr, dass man sich entschließt, Pavel's Kommunikator und sogar seine Waffe im Jahr 1986 zurückzulassen. (Was hatte man doch in Classic 21 (19) für einen 'Aufriss' veranstaltet, nur weil 1967 einem Air Force-Piloten ein winziges Foto von der "Enterprise" gelungen war ...) Um das Maß voll zu machen, geht das Schiff schließlich innerhalb der Erdatmoshäre auf Warp, die Folgen für die Erde müssten verheerend gewesen sein. (Normalerweise verlassen Schiffe der Sternenflotte nicht nur die Erde, sondern das Sonnensystem, ehe sie den Warp-Antrieb einsetzen, vergleiche den Start der "Enterprise" in ST 1 und die Hauptitel von "The Next Generation" und "Voyager". Siehe auch DS9 113.
Nach 20(!) STAR TREK-Jahren sehen wir auf der "Saratoga" zum allerersten Mal einen weiblichen Sternenflotten-Captain, und Darstellerin Madge Sinclair ist (im Gegensatz zu ihren männlichen 'Unterstellten') noch nicht einmal creditiert! Weit weniger sexistisch läuft das bei den Romulanern, vergleiche Classic 59 (57), TNG 37 und TNG 140.
Dass die Föderation am Ende James Kirk mit der Degradierung zum Captain "bestraft", dürfte die aufgebrachten Klingonen-Diplomaten kaum besänftigt haben. Um so grausamer rächen sie sich später, als sie Kirk endlich in die Hände bekommen (ST 6), Admiral Cartwright (Brock Peters) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Kurzes Wiedersehen mit Dr. Chapel (Majel Barrett) und Cmd. Rand (Grace Lee Whitney). In der deutschen Version hören wir von nun an wieder die Stimme von Kirk-Stammsprecher Gerd Günther Hoffmann. Scotty trägt -entgegen anders lauternder Angabe bei Paramount- noch immer das Abzeichen eines Commander, erst am Ende des folgenden Filmes ist er Captain.
So bekommen die Helden wieder ein Schiff, Sulu hätte am liebsten die "Excelsior", auch wenn Scotty sie als 'häßlichen Pott' bezeichnet (im Original sogar als 'Eimer voll Schrauben'). Doch Sulu ahnt wohl bereits, dass er später Captain wird auf diesem 'Pott'. Aber dann kommt alles ganz anders ...