25 Jahre STAR TREK · Und kein Ende

STAR TREK VI: The Undiscovered Country
STAR TREK VI - Das unentdeckte Land
6. Dezember 1991   FB
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Wieso es, nach dem eigentlichen Abschluss dennoch zu diesem sechsten Film kommt, ist nicht ganz klar: Die einen sagen, man wollte damit das 25−jährige STAR TREK-Jubiläum würdig begehen, andere sehen darin eine Reaktion auf die gravierenden Veränderungen im Ostblock in dieser Zeit, die das Ende des 'Kalten Krieges' bedeuten und vergleichen die Figur des 'Gorkon' mit Michail Gorbatschow*. Für Gründervater GENE RODDENBERRY ist dieser Film die Krönung seines Lebenswerks, er stirbt sechs Wochen vor der Premiere. Die Classic-Besatzung darf nach dem 'beschaulichen' fünften Film noch einmal zur Höchstform auflaufen und bietet ein furioses Finale. Immerhin ist das Stamm-Team schon zwischen 54 und 71 Jahre alt!
Chronologisch befinden wir uns im Jahr 2293 (das wird bestätigt in Voy 45 (44)), seit ST 5 sind ungefähr fünf Jahre vergangen. Spock ist ein deutliches Stück über sich hinausgewachsen. Er gesteht ein, dass er durch gefühlsmäßige Vorurteile zu einer fehlerhaften Beurteilung verführt wurde, an einer anderen Stelle formuliert er: 'Logik ist der Anfang aller Weisheit, nicht das Ende.' Dennoch zitiert er Conan-Doyle's 'Sherlock Holmes' als 'einen seiner Vorfahren'. Dagegen ist seine 'Falle', mit der die verräterische Valeris überführt wird, gar zu schlicht und durchschaubar.
Während des Anschlages auf Kanzler Gorkon vollführt die Uhrzeit-Anzeige auf der Brücke der "Enterprise" mehrere kühne Sprünge: Das Schiff des Kanzlers wird um 1:28 Uhr getroffen; aber erst um 1:38 Uhr wird Gorkon niedergeschossen. Als sein Stabschef daraufhin wütend die "Enterprise" kontaktiert, ist es 1:29 Uhr; drei Minuten später stirbt Gorkon, sein Schiff fliegt mit Kirk und McCoy davon. Doch erst um 2:30 Uhr nimmt die "Enterprise" die Verfolgung auf...
Bereits zum vierten Mal begegnen wir einem Formwandlerwesen (Classic 6 (1), Classic 71 (69) und TNG 36; vergleiche auch Classic 1), und zum zweiten Mal muss Kirk gegen ein Abbild von sich selbst kämpfen.
Aus TNG 20 wissen wir, dass der Außenposten von 'Khitomer' auch weiterhin umkämpft bleibt und dass Worf dort später seine Eltern verliert. Worf's Darsteller Michael Dorn spielt hier den undankbaren Part des klingonischen Strafverteidigers. Für die verbreitete Annahme, dass es sich dabei um Worf's Großvater handelt, gibt es jedoch keinen Hinweis. (Der Umstand, dass er auch Worf heißt, spricht sogar eher dagegen.) Während der Verhandlung wird Kirk's voller Name genannt, das ist bis dahin nur ein Mal geschehen, in Ani 18. Erst J.J. Abrams' STAR TREK-Wiedergeburt von 2009 behandelt den Mittelnamen 'Tiberius' als unmittelbaren Bestandteil des 'Kirk-Kultes'.
Admiral Cartwright kennen wir aus dem vorigen Film; Darsteller Brock Peters spielt in "Deep Space Nine" den Vater von Ben Sisko (ab DS9 83). Nicht in der Castingliste steht der Adjutant 'Col. West', der den Anschlag auf den Föderationspräsidenten versucht. Doch zweifellos handelt es sich dabei um Rene Auberjonois, den Darsteller des 'Odo' in "Deep Space Nine". Und wir sehen einen Crewman mit dem Namen 'Dax', der aber kein Trill ist. Darsteller Michael Snyder steht in ST 4 als Kommunikationsoffizier im Stab der Sternenflotte, es folgen zwei Ferrengi-Rollen in TNG121 und in TNG 133. Er hat nur eine einzige Rolle außerhalb von STAR TREK.
Als alles vorbei ist, ziehen die "Enterprise" und die von Captain Sulu kommandierte "Excelsior" in Westernmanier Richtung 'Sonnenuntergang'. Doch im Unterschied zu TNG 134 ist das hier völlig ernst gemeint ...