Fortschreibung einer Legende

STAR TREK eilt von Gipfel zu Gipfel

Mit der alles offen lassenden Zukunftsvision in der Schlussepisode von "The Next Generation" ist eine tragfähige Grundlage für weitere Kinofilme gelegt worden. Der siebte STAR TREK-Film erscheint bereits sechs Monate nach Serienschluss.
Staffelstab übergeben !

Siebter Film
STAR TREK: Generations
STAR TREK - Treffen der Generationen
18. November 1994   FB
ΘΘΘ *

Die Vorspiel-Handlung versetzt uns ein letztes Mal in die Kirk-Zeit, etwa ein Jahr nach der Abmusterung der Classic-Besatzung in ST 6. Wir erfahren, dass die "Enterprise−A" nach nur sechs Jahren außer Dienst gestellt worden ist, das deckt sich in etwa mit der Angabe von Scotty in TNG 130.
Da die Haupt-Handlung 78 Jahre später beginnt, muss seit dem Ende von "The Next Generation" ebenfalls etwa ein Jahr vegangen sein (vergleiche Data's exakte Zeitangabe im folgenden Film ST 8). Die deutschen Stimmen von Captain Picard, Dr. Crusher und Troi sind erneut umbesetzt worden, was jedoch nicht auffällt, denn in allen drei Fällen kehren die ursprünglichen Stimmen aus den ersten Staffeln zurück (bis TNG 83).
Der Darsteller des Dr. Soran, Malcolm McDowell, ist den Kinogängern selbst in Ostdeutschland wohl bekannt: 1983 hat er in "Blue Thunder" ("Das fliegende Auge") als fieser Gegenspieler von Roy Scheider agiert. Groteskerweise trägt er dort den Rollennamen 'Cochrane'. Die Rolle des Dr. Soran bringt ihm jedoch nicht nur Ruhm ein, sondern auch Morddrohungen von überdrehten 'Fans': Er hat 'Captain Kirk getötet' ...
Dieser wiederum hat in ST 5 mehrfach betont, er sei sicher, dass er allein sterben werde. Doch er irrte sich, Captain Picard ist bei ihm... Zugleich bringt Riker mit der "Enterprise−D" die aggressiven Duras-Schwestern zur Strecke, es ist das einzige Mal, dass ein permanenter Gegenspieler nach jahrelangen 'Geplänkel' schließlich definitiv vernichtet wird. (Im zweiten Kinofilm hat der 'Khan' sich selbst vernichtet.)
Im Haupttitel fliegt eine riesige Sektflasche durch das All, um schließlich zur Taufe der "Enterprise−B" an deren Bug zu zerschellen. Sie enthält nichts geringeres als "Dom Pérignon" (Hausmarke von '007 James Bond'); Jahrgang '2265', das Jahr, in dem James T. Kirk das Kommando über die legendäre "Enterprise" übernahm und alles begann...
Physikalischer Fehler: Die von Soran angestrebte (und von den beiden Captains letztlich verhinderte) Zerstörung der Veridian-Sonne hätte den Kurs des Band-Phänomens für dessen weiteren Weg verändert, jedoch nicht für die Stelle, die das Band bereits erreicht hat. Das heißt, das Band wäre in jedem Fall am Planeten 'Veridian 3' vorbei geflogen und hätte erst danach seinen Kurs geändert.
Der Film ist vordergründig vom 'langen Schatten' des anachronistischen Kirk geprägt, so dass zwei wesentliche Veränderungen beinahe verdrängt werden: Der Fortschritt der Tricktechnik und die Weiterentwicklung von Data: Data wird durch seine neu gewonnenen Emotionen mit einer überwältigenden Seite der menschlichen Existenz konfrontiert, seine (logischerweise) völlig überzogenen Reaktionen reichen von 'ur-komisch' (in der Bar-Szene mit Guinan) über 'krass beängstigend' (während der Außenmission mit Geordi) bis zu 'herzzerfetztend' (als er am Ende seine Katze aus den Trümmern birgt).
Nach 1½ Jahren sehen wir 'Guinan' (Whoopy Goldberg) wieder, sie nimmt hier noch einmal den Platz des 'großen Beraters' ein (vergleiche TNG 148).
Auf der Brücke der "Enterprise−B"agiert Tim Russ, der späteren 'Tuvok' von der "Voyager", er ist ist hier jedoch kein Vulkanier.
Wir erfahren, dass der bisher bekannte Fußboden eines Holodecks selbst ein Hologramm ist. Denn der Computer kann ihn entfernen, um das schwankende Deck eines historischen Segelschiffes zu simulieren, einschließlich der unter ihm wogenden Meeresoberfläche...
Der Captain erwähnt die "U.S.S Bozeman", vergleiche TNG 118 und TNG 178. Data zitiert einen 'Ferengi'-Witz, den der junge Commander Riker während der Farpoint-Mission erzählt haben soll; doch zu diesem Zeitpunkt wusste man viel zu wenig vom Volk der Ferengi, als das sie Gegenstand von Witzen hätten sein können.
Durch das rasante Anwachsen der Rechnerleistungen sind große Fortschritte auf dem Gebiet der Computer-Animation möglich geworden. Schon beim Ringen der "Enterprise−B" mit dem 'Nexus' sehen wir Bilder von völlig neuartiger Qualität. Zwar ist man 1994 noch weit von Echtzeitanimation (in Kino-Qualität) entfernt, doch nicht nur die Notlandung der "Enterprise", auch die Vernichtung der Antriebssektion durch die Explosionswelle setzen Maßstäbe. Natürlich könnte man dagegenhalten, das ist alles 'kalter Kaffe' gegen ein 'Quidditch'-Spiel bei "Harry Potter", doch es ist nicht zu vergessen, dass die Aufnahmen zu "Generations" in der 'Computer-Antike' entstanden sind, mit Prozessoren des damals brandneuen Typs '486'!