STAR TREK - Quo vadis

Neunter Film
STAR TREK: Insurrection
STAR TREK - Der Aufstand
11. Dezember 1998   FB
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Der neunte Film bietet eine weitere moralisierende Geschichte mit philosophischen Momenten, die dennoch ganz anders ist als ST 5. Seit Film 8 muss eine geraume Zeit vergangen sein (mindestens vier-fünf Jahre), der Dominion-Krieg (etwa 2373-2376) scheint vorüber zu sein, sonst hätte die "Enterprise" wohl anderes zu tun, als Botschaftsempfänge zu geben... (Auf "Deep Space Nine" ist dagegen noch für weitere fünf Monate Krieg, die (ursprünglich nicht geplante) siebte Staffel läuft noch. Paramount gibt das Jahr der Handlung mit 2375 an, was jedoch im Film selbst nicht erwähnt wird.) Das gibt den Hauptcharakteren Gelegenheit, das reale Alter ihrer Darsteller halbwegs einzuholen, besonders die Damen McFadden (Dr. Chrusher) und Sirtis (Deanna Troi) dürfen sich dazu bekennen, dass sie 49 bzw. 43 Jahre alt sind. (Böse Zungen behaupten, Troi's Maske würde inzwischen länger dauern als die Verwandlung von Michael Dorn in Worf.) Dagegen haben bei Jonathan Frakes (Riker) seine 46 Lebensjahre wohl unter den Hemd mehr Spuren hinterlassen als im Gesicht ...
Insgesamt ist es eine interessante Story, vor allem das 'Austicken' von Data als Einstieg ist ein gelungener Einfall. Weniger gelungen ist die abwegige Idee, den Androiden in die Falle zu locken, indem man ihn mit Gesang ablenkt, ein Android lässt sich nicht ablenken, um so mehr, da er seinen 'Emotions-Chip' auf der "Enterprise" zurückgelassen hat! (Wieso konnte er das? In Film 7 war der Chip unlösbar mit Data's Systemen verschmolzen...)
Kleiner Regiefehler beim ersten Betreten des getarnten Schiffes im See: Nach einem Schnitt haben Data und Picard plötzlich die Positionen getauscht.
Admiral Dougherty tut gut daran, im Laufe das Handlung umzukommen, es wäre nicht das erste Mal, dass Picard einen Admiral verhaftet, weil er gegen Föderationsgesetze verstoßen hat (TNG 164).
Der Marsch der Dorfbewohner in die schützenden Höhlen erinnert an die Ereignisse um Worf's Stiefbruder Nikolai, wenn auch der Marsch dort einen anderen Zweck erfüllt. (Vergleiche TNG 165.) Während des Drehs entsteht auch eine Szene mit Quark (Armin Shimerman) auf "Deep Space Nine", sie wird jedoch für die Endfassung geschnitten.
Bei den (im Verhältnis zu den Serien) sehr aufwändigen Alien-Masken erkennen wir 'Anleihen' bei "Star Wars". Die philosophischen Spielchen erreichen ihren Höhepunkt, als Picard mit seiner Ba'ku-Freundin Anij genau den 'Perfekten Moment' erlebt, um den schon Goethes 'Faust' mit dem Teufel gewettet hat.
Eine Frage jedoch bleibt am Ende völlig unklar: Wenn die regenerativen Kräfte des Planeten-Rings so enorm sind, dass sogar Geordi's nie vorhanden gewesene Augen innerhalb weniger Tage neu wachsen, wieso bleibt dann Captain Picard kahlköpfig ??