„Enterprise“ auf Heimatkurs

Planmäßige Rückkehr in sicheren TV-Hafen

Nach der brillanten sechsten Staffel ist es der der Serie verständlicherweise nicht vergönnt, sich noch einmal zu steigern. Die Schlussstaffel wird ihrer Aufgabe gerecht, frühere Handlungsfäden wieder aufzunehmen und zu einem Abschluss zu führen. Außerdem sehen wir wieder häufiger Geschichten, die Bezug auf die aktuelle Realität unserer Erde nehmen.
153. Descent, Part II
("Niedergang", "Abstammung", "Überfall")
Angriff der Borg, Teil 2   EB
ΘΘΘΘ *
Es wird brillant-beängstigend dargestellt, wie Lore − ganz im Stile eines perfekten totalitären Machthabers − mit einer tödlichen Mischung aus Drohen und Schmeicheln die von ihm unterworfenen Borg und auch seinen Bruder unter Kontrolle hält. Doch er hat nicht mit dem perfekten Zusammenspiel der "Enterprise"-Besatzung gerechnet. Die von Dr. Crusher geführte "Enterprise", mit zwei sehr jungen, aber erfindungsreichen Brückenoffizieren, erledigt das riesige Borg-Schiff, ganz nach der Art des jungen Geordi La Forge in Ep. 21. Es ist nahezu unglaublich, doch der blasierte 'Lt. Barnaby' (James Horan, *1954) ist identisch mit dem ruchlosen Takaraner 'Jo'Bril' aus 148.
Das deutsche (und nur das deutsche) Publikum erleidet hier den sicher krassesten Sychron-Patzer der gesamten Serie: Data täuscht den VISOR-losen Geordi, indem er ihn mit der Stimme von Captain Picard anspricht (im Original tatsächlich von Patrick Stewart synchronisiert!). Doch die deutsche Fassung ist dermaßen 'heiß gestrickt', dass die Macher nicht den mindesten Schimmer davon haben, was sie tun. Und so fragt sich der Zuschauer mit Recht, wieso Geordi die Stimme von Data-Sprecher Michael Pan für die des Captain halten kann.
Wiedersehen mit dem Borg-Individuum 'Hugh' aus 123
154. Liaisons ("Verbindungsdienste")
Indiskretionen   EB
Θ
Von der ersten Szene an ist klar, dass diese Geschichte auf Worf's Kosten gehen wird. Zu einer für ihn schier unerfüllbaren diplomatischen Mission gezwungen, gibt er mehr als sein Bestes, um dann doch zu versagen. Niemand kann vorhersehen, dass gerade dieses Versagen am Ende den Erfolg der Mission ausmacht. Dennoch ist diese Story um den Missbrauch diplomatischer Kanäle insgesamt zu schwach, um in Erinnerung zu bleiben.


155. Interface ("Datenaustauscher")
Das Interface   EB
ΘΘΘ
Wir sehen ein faszinierendes Stück Technologie, bei dem die zu dieser Zeit stark überschätzte Virtual-Reality-Technik nicht wie üblich mit einem schlichten Computerprogramm, sondern mit einer Robotersteuerung (eben dem 'Interface') verbunden ist. LeVar Burton darf endlich seine großen dunklen Augen zum Einsatz bringen, wir sahen sie bisher nur ein Mal kurz in Ep. 11. Am Anfang, beim Spiegeln in der Anzeigetafel, sehen wir, dass der 'Interface'-Roboter keineswegs dem virtuellen Körper von Geordi ähnelt, sondern nur ein Plastik-weißer Kasten ist.
Für kurze Zeit droht die Handlung um Geordi's vermisste Mutter zu einem kitschigen Rührstück zu verkommen, sie wird dann aber sehr geschickt aufgelöst.
156.-157. Gambit
(Trick-Falle beim Schachspiel)

Der Schachzug   EB 156   EB 157
ΘΘ
Dies ist mehr eine in die Galaxis verlegte Agentenstory als Science Fiction. Der am Anfang vom Außenteam 'ausgequetschte' Yridianer erinnert an 'Harry Mudd' (vergleiche Classic 4 (6) und Classic 41 (37)).
Insgesamt ist die Handlung etwas zu 'James Bond'-artig. Zum Beispiel ist wenig glaubhaft, dass es Picard ohne weiteres gelingt, den Nerven-Servo des Oberpiraten zu manipulieren. Auch die Auflösung, bei der das gesamte Außenteam, selbst Worf, auf Kommando alle aggressiven Emotionen unterdrückt, ist lächerlich unglaubwürdig.
Die einst so zarte Robin Curtis ist als Vulkan-Terroristin 'Tallera' kaum wiederzuerkennen, ihre Hauptrolle im dritten Kinofilm liegt fast zehn Jahre zurück.
158. Phantasms
("Trugbilder")
Traumanalyse   EB
ΘΘΘΘ
Endlich darf Data den in 142−143 verlorenen Handlungsfaden aufnehmen und wieder träumen: Eine brillant-skurrile Alptraumhandlung, umgesetzt mit genialer Kameraführung und sehenswerten Spezialeffekten. Und logisch abgeschlossen mit einer glaubwürdigen Auflösung. Treffend ist auch die Karikatur des lange Zeit maßlos überschätzten Psycho-Scharlatans Sigmund Freud.
Data's Katze wird hier ausdrücklich grammatikalisch vermännlicht, auch in der Originalversion wird sie mit 'he', also 'er' bezeichnet. (Vergleiche Ep. 85.) Groteskerweise wird 'Spot' (nach weitgehend übereinstimmenden Quellen) von mehreren weiblichen Katzen dargestellt. Noch ahnt keiner, dass fünf Monate später das Drehbuch von ihr verlangen wird, Junge zu werfen ...
159. Dark Page
("Die dunkle Seite")
Ort der Finsternis   EB
ΘΘΘΘ
Weil es so schön war, gleich noch ein weiterer Psychothriller. Und er steht der vorigen Episode in nichts nach! Hinter Deanna's Zorn auf ihre stets so extreme Mutter liegt im Ernstfall eine tiefe Liebe und Zusammengehörigkeit, eine durchaus realistische und glaubwürdige Darstellung... Marina Sirtis und Majel Barrett sind auch privat eng befreundet.
Und auch Hollywood's langjähriges Super-Schulmädchen Kirsten Dunst hat, im doppelten Wortsinn, klein angefangen: Als Elfjährige spielt sie hier das Cairn-Mädchen 'Hedril'.
160. Attached
("Anhänglich")
Kontakte   EB
ΘΘΘ
Diese Episode führt uns in eine Welt voller Hass und politischer Paranoia, unserer realen Welt viel näher als der von STAR TREK.
Zwar hat die unterschwellige Beziehung von Picard und Dr. Chrusher schon lange auf eine Lösung gewartet, doch die Umsetzung ist insgesamt widersprüchlich, zum Teil chaotisch. Wie zum Beispiel kann ein 'Fuchs' wie Picard auf einer fremden, feindlichen Welt so einfach seine Jacke zurücklassen.
"Dienstfrei": Geordi
161. Force Of Nature
("Naturgewalt")
Die Raumkatastrophe   EB
ΘΘ
Brand-aktuelles Thema: Langfristige Umweltschäden durch fortschrittliche Technologie und die schwerfällige Ignoranz des Bürokratismus. Und selbst nachdem 'Serova' für den durchschlagenden Beweis ihr Leben geopfert hat, bleibt die Lösung unbefriedigend: Eine 'vorläufige Begrenzung' auf Warp 5 ist wohl eher 'ein Tropfen auf den heißen Stein'.
Data's Katze ist nun plötzlich weiblich (vergleiche 158). Wahrscheinlich liegt das Drehbuch zu Episode 171 inzwischen vor.
162. Inheritance
("Das Erbe")
Soongs Vermächtnis   EB
ΘΘΘ
Da staunt Data nicht schlecht, als sich die weißhaarige fremde Wissenschaftlerin als frühere Partnerin seines Schöpfers Dr. Soong und damit quasi als seine 'Mutter' vorstellt. Doch nach und nach, für den Zuschauer erst auf den zweiten Blick nachvollziehbar, kommt heraus, dass sie ihrerseits auch ein Android ist. Eine interessante Geschichte mit einem ernsten ethischen Konflikt, dem sich Data stellen muss.
Als auf dem Holodeck Dr. Soongs Aufzeichnung abgespielt wird, sehen wir Brent Spiner in einer geradezu perfekten Soong-Maske. Die Darstellerin von Data's 'Mutter', Fionnula Flanagan, hat weitere große Rollen in DS9 8 und in Ent 23.
163. Parallels
Parallelen   EB
ΘΘΘΘ
Hochfeine Science Fiction-Story, die brillant mit dem 'Was wäre wenn...' einer Raum-Zeit-Störung spielt und philosophische Züge erreicht bei der Frage, wie sich alternierende Realitäten von einem Ereignis aus entwickeln können. Der durch die Zeitströme gebeutelte Worf läuft zur darstellerischen Höchstform auf.
In einigen der veränderten Realitäten sehen wir die Kommunikatoren mit integriertem Rangabzeichen wieder, die auch in Ep. 82 verwendet worden sind. Laut Paramount sollte Worf jetzt 30 Jahre alt sein, doch auf der Geburtstagstorte stehen nicht mehr als 20(!) Kerzen... und das ist gut so*.
Einzig unglaubwürdig: Wie auch immer die Dinge gelaufen sein mögen: Alyssa Ogawa ist mit Anfang zwanzig eindeutig zu jung für Beverly Crusher's Rang und Kittel (vergleiche 167).
Wiedersehen mit Wesley Crusher und Alyssa Ogawa
164. The Pegasus ("Die 'Pegasus'")
Das Pegasus-Projekt   EB
ΘΘΘ Λ
Das ist die klassische Geheimdienst-Geschichte nach dem Motto 'Lügen sind so lange gut, bis sie auffliegen'. Wie so oft in STAR TREK etwas gar zu blauäugig und realitätsfremd: Selbst ein noch so edler Picard hätte auf keinen Fall die Romulaner informiert, sondern den Fall zunächst innerhalb der Sternenflotte geklärt.
Diese Episode dient später als 'Aufhänger' für die endgültige Schlussepisode Ent 98.
165. Homeward ("Heimwärts")
Die oberste Direktive   EB
ΘΘΘ
Eine erfrischende Episode, denn es ist eine Geschichte der völlig anderen Art. Picard ist über die ihm aufgezwungene Rettungsmission alles andere als erfreut. Aber als am Ende alles gelaufen ist, ist er wohl eher erleichtert, dass ihn 'Rozhenko' mit seinem 'Husarenstück' vor der Entscheidung bewahrt hat, das Volk der Boralaner dem sicheren Tod zu überlassen, wie er es nach den Vorschriften der Sternenflotte hätte tun müssen.
Aus Rozhenko's Gefährtin Dobara (Penny Johnson) wird später Benjamin Sisko's Partnerin 'Kasidy Yates' (ab DS9 69).
Beverly Howard-Crusher auf Horrortrip
166. Sub Rosa
(latein: "Unter der Rose" [Unter dem Siegel der Verschwiegenheit])
Ronin (Eigenname)   EB
ΘΘΘΘ
Eine gelungene Geistergeschichte, wie sie einem Oscar Wilde oder Charles Dickens alle Ehre gemacht hätte, und die ultimative Glanzvorstellung für Gates McFadden: Die Ärztin wird von sexueller Hörigkeit erfasst, und erst als ihr geliebter 'Geist' zur tödlichen Bedrohung für Schiff und Besatzung wird, kommt sie zur Besinnung und ist schließlich gezwungen, ihn zu vernichten. (Ähnlich ergeht es Riker in Ep. 57.) In der SciFi-Umsetzung steckt hinter dem 'Geist' natürlich eine logische Erklärung in Gestalt einer fremden Energie-Lebensform. Doch die vielfältigen Spezialeffekte aus dem Fantasy- und Horrorbereich sprechen für sich.
Unsinnig ist, dass seit dem 16. Jahrhundert alle weiblichen Vorfahren von Beverly den Namen 'Howard' getragen haben sollen.

167. Lower Decks
("Untere Decks" ['Niedere Ränge'])
Beförderung   EB
ΘΘΘ
Wir bekommen einen Einblick, wie die Hauptcharaktere wohl vor fünfzehn Jahren ausgesehen und gehandelt haben mögen. Die direkte Gegenüberstellung junger und gereifter Offiziere ist brillant gelöst mit dem wiederholten Umschnitt zwischen den beiden Pokerrunden, um so mehr, da jeder der älteren Hauptcharaktere ein deutlich erkennbares Gegenstück am Tisch der Jüngeren hat. Barkeeper Ben (Bruce Beatty), der als Zivilist quasi über den Offiziersgenerationen steht, übernimmt hier einmalig den Part von Guinan, die sich, nach nur drei Auftritten in der sechsten Staffel, inzwischen völlig rar gemacht hat.
Es wird erneut bestätigt, dass Alissa Ogawa zu den jüngsten Besatzungsmitgliedern gehört. (Vergleiche 163. Ungeachtet dessen: Nach übereinstimmenden Quellen ist Darstellerin Patti Yasutake real bereits 40!) Wir sehen die junge Bajoranerin 'Sito' (Shannon Fill) wieder, die in 119 an einer Verdunklungsaffäre beteiligt war. Den vulkanischen Fähnrich 'Taurik' (Alexander Enberg) sehen wir später des öfteren auf der "Voyager", er heißt dort allerdings 'Vorik'.
Sito berichtet von ihren nächtlichen Erlebnissen auf der OPS, u.a. musste sie mit den Sensoren eine verirrte Messsonde (orig. probe) suchen, in der deutschen Version wird daraus eine "Probe"(??). Synchron-Wirrwar auch in der Shuttlerampe zwischen Taurik und La Forge: Das Shuttle "Curie" soll aussehen, als sei es vor einen Angriff geflohen ("...fled an attack"), und nicht, als habe es einen Angriff geflogen; in nächsten Satz ist die Übersetzung richtig.
Wiedersehen mit Schwester Ogawa
168. Thine Own Self
(Altertümliches Englisch: "Dein eigenes Selbst")
Radioaktiv   EB
ΘΘΘΘ
Es ist hoch interessant, wie der an totaler Amnesie leidende Data dennoch seine analytischen Fähigkeiten entwickelt, nach kurzer Zeit das Weltbild dieser spätantiken Kultur ad absurdum führt und ein Mittel gegen die Strahlenkrankheit findet. Fraglich ist allerdings, wieso Data zu seiner nächtlichen Heil-Aktion am Dorfbrunnen eine Laterne mitgenommen hat, seine Androiden-Augen sollten auch im Dunkeln ausreichend funktionieren.
Da zugleich auf der Enterprise Deanna Troi sich der für sie enorm schwierigen Ausbildung zum Commander stellt, erfahren wir nebenbei, dass Dr. Crusher die Kommandobefähigung kurz vor ihrem Dienstantritt auf der "Enterprise" erworben hat. (Sie trägt die Rangabzeichen des 'Commander' bereits im Pilotfilm.)
"Fast dienstfrei" für Geordi und Worf: Sie erscheinen nur als Holosimulationen


169. Masks ("Masken")
Der Komet   EB
oo
Diese hanebüchene Story markiert zweifellos den Tiefpunkt der ansonsten eher hochwertigen siebenten Staffel. Anfangs beeindruckt noch, wie Brent Spiner scheinbar nahtlos von einer Rolle in die andere springt, genauer betrachtet erfolgt aber jeder 'Rollenwechsel' mit einem Schnitt.
Den dunkelhäutigen Jungen 'Eric' (Rickey D'Shon Collins, *1983) kennen wir bereits aus 154, er kehrt zurück in 173
170. Eye Of The Beholder
("Das Auge des Betrachters")
Der Fall 'Utopia Planitia'   EB
ΘΘΘ
Eine sehenswerte Mischung aus (fast) einem Kriminalfall, (fast) einer Beziehungstragödie und (fast) einem Psychothriller. Doch angesichts der Vielzahl verwirrender Handlungselemente ist die Auflösung (es war alles nur eine Sinnestäuschung) ernüchternd, fast enttäuschend.
Die schon mehrfach angedeutete und in 163 zur 'Möglichkeit' erklärte Beziehung zwischen Worf und Deanna Troi wird wiederum nicht Realität, sondern ist ein Teil von Troi's empathischer Halluzination. Auch der Halluzination geschuldet? Der 'geträumte', schon etwas ältere Lt. Pierce hat den Rang eines 'Lt. junior grade', genau wie der reale junge Alien-Mann zu Beginn. Wenn er schon acht Jahre zuvor ein Kommando hatte, sollte er mittlerweile ein vollwertiger 'Lieutenant' sein.
Der Originaltitel ist, praktisch gleichlautend, bereits für die (völlig anders verlaufende) Episode 16 (15) der "Animated Adventures" verwendet worden.


171. Genesis
(latein: "Schöpfung")
Genesis   EB
ΘΘΘΘ
Diese an und für sich völlig aberwitzige Episode besticht durch die hervorragende Leistung der Akteure beim Darstellen der Zurück-Entwicklung. Besonders brillant ist die Spinnen-Gestik von Reg Barclay und die zunehmende Schwachsinns-Mimik von Will Riker. Leider erfahren wir nicht, was aus Geordi geworden ist, er taucht nach dem Beginn der 'Genesis' nicht mehr auf.
Kleiner Patzer am Rande: Eine einfarbige Katze wie Spot kann (genetisch bedingt) niemals ein dreifarbiges Junges werfen. Auch Data's Identification des mutierten Riker als 'Australopithecus' (eine frühe Vormenschen-Spezies) ist schwer daneben, die Maske zeigt eher einen (wesentlich höher entwickelten) 'Neandertaler'.
172. Journey's End
Am Ende der Reise   EB
ΘΘ
Vertriebene Indianer, das ist schwer verdauliche Kost für Amerikas Zuschauer. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass um 2350 eine Indianergruppe die Erde verlässt, um ihre kulturelle Identität zu wahren, denn davon ist schon heute kaum noch etwas übrig; viel wahrscheinlicher ist der Weg der aktiven kulturellen Integration, wie er für Chakotay von der "Voyager" gezeigt wird. Durch die Fantasy-behaftete Geschichte wird jedoch der unerwartete Abgang von Wesley Crusher halbwegs nachvollziehbar, eine andere Auflösung dieser Figur hätte nach einer späteren Fortsetzung verlangt, vielleicht als jüngster Admiral der Sternenflotte... Doch nach dem realen Hintergrund - Darsteller Wil Wheaton hatte 1991 seinen fatalen Knebelvertrag mit Paramount gekündigt - ist auch das nicht möglich. Es folgt nur noch ein einziger unbedeutender Gastauftritt zu Beginn des zehnten Kinofilms.
Leider ist die Lösung des Konflikts mit den Indianern alles andere als glaubwürdig, denn die Cardassianer, die schon angerückt waren, um die ihnen zufallenden Besitztümer zu bewerten, würden wohl kaum so einfach auf diesen blühenden Planeten verzichten und ihn den Indianern überlassen. Damit sind weitere Konflikte vorprogrammiert, und das führt geradewegs zur Entstehung einer weitgehend illegalen anti-cardassianischen Untergrundorganisation (vergleiche DS9 40−41).
Nach seinem Debüt in "Deep Space Nine" sehen wir zum zweiten Mal den dümmlich-brutalen 'Gul Evek' (Richard Poe), es folgen vier weitere Gastauftritte, bis hin zum Pilotfilm von "Voyager". Die resolute Admiralin heißt von nun an 'Nechayev' (bisher 'Necheyev'), was im Englischen fast gleich klingt. Ihre deutsche Stimme (Evamaria Miner) ist in dieser Episode schon fast schmerzhaft schrill.
Abschließender Auftritt für Wesley Crusher
173. Firstborn ("Der Erstgeborene")
Ritus des Aufsteigens   EB
ΘΘΘ Λ
Worf's Sohn Alexander (Brian Bonsall) ist seit mehr als zwei Jahren ständig an Bord (ab 110), hat jedoch in dieser Zeit nur fünf Auftritte. Nach dem endgültigen Abgang von Wesley Crusher muss nun auch er eine tragfähige Perspektive erhalten. Letztlich erfahren wir jedoch nur, dass für seine Zukunft alles offen ist. Völlig unklar bleibt, warum Picard kurz nach dem Titel verschwindet und die Auseinandersetzung mit den berüchtigten Duras-Schwestern Riker überlässt.
Wenn der "Ritus des Aufsteigen" bis zum Alter von 13 Jahren möglich ist, besteht kein Grund für Worf, seinen Sohn derart zu drängen. Denn Alexander ist eben erst vier(!) (vergleiche Hintergrund). Auf dem 'Kot'baval'-Fest sehen wir ein monströses klingonisches Blasinstrument, eine Art Riesen-Tuba aus Bambus.
Der Darsteller des gealterten Alexander, James Sloyan, spielt auch den abtrünnigen romulanischen Admiral Jarok in Ep. 58, Odo's Erforscher und 'Mentor' Mora Pol in zwei DS9-Episoden und die Titelrolle in Voy 15.
Kurzer Gastauftritt von 'Quark' auf "Deep Space Nine".


174. Bloodlines ("Blutbande")
Boks Vergeltung   EB
ΘΘ
Fortschreibung von 10 (9). Dass dieser junge Herumtreiber namens 'Jason Vigo' (Darsteller Ken Olandt, *1958, ist bereits 36!) zunächst Picard's Sohn ist, dann wieder nicht, scheint ziemlich 'weit hergeholt'. Ein derartiger 'Abschluss' der alten Geschichte wäre verzichtbar gewesen, um so mehr, da Picard's alter Widersacher 'Bok' umbesetzt werden musste.
Die Mutter von Jason ist satte 15 Jahre(!) jünger als ihr Kurzzeit-Liebhaber Jean-Luc Picard; offensichtlich wurde ein Mal mehr "vergessen", dass der Captain elf Jahre älter ist als Darsteller Patrick Stewart, vergleiche 114.
175. Emergence
("Erscheinen" ["Enstehen"])
Neue Intelligenz   EB
oo
Als Data bei seinem erneuten Versuch als Shakespeare-Darsteller in einen seltsamen slawisch-jiddischen Akzent abgleitet (auch im Original deutlich hörbar), glaubt man bereits, es könne nur noch besser werden. Doch es folgt eine kaum nachvollziehbare, im Chaos symbolischer Bilder versinkende Geschichte, garniert mit massig futuristischem Wissenschafts-Kauderwelsch. Das ganze ist nicht einmal unglaubwürdig, sondern eher unglaublich.


176. Preemptive Strike
("Präventivschlag")
Die Rückkehr von Ro Laren   EB
ΘΘΘ Λ
Diese Episode übertrifft die beiden vorigen um Welten! Ausnahmsweise ist hier der deutsche Titel besser gelungen als der Originaltitel, sein brillanter Doppelsinn erschließt sich erst am Schluss. Der 'Maquis', drei Wochen zuvor in "Deep Space Nine" eingeführt, spielt später eine zentrale Rolle für die Situation auf der "Voyager".
Ro Laren hat während ihrer 18−monatigen Abwesenheit ein 'taktisches Trainung für Fortgeschrittene' absolviert - und dabei den Rang eines 'Lieutenant junior grade' glatt übersprungen... Von grotesker Brillanz ist Riker's Bajoraner-Maske, die ihn, trotz Bart, beinahe feminin anmuten lässt.
Wiedersehen mit 'Gul Evek' und Admiralin Nechayev; Abschied von 'Ro Laren'
Zum Zeitpunkt der Deutschlandpremiere wissen die hiesigen Zuschauer noch nichts vom 'Maquis', sie sehen DS9 40−41 erst zwei Monate später.
Die Serie endet - Die Reise geht weiter
177.-178. All Good Things ...
(["Wenn es am schönsten ist ..."] Doppel-Länge, PC 747)
Gestern, heute, morgen   EB 177   EB 178
ΘΘΘΘ
Der Originaltitel meint das englsiche Sprichwort "All good things must end " (deutsche Entsprechung: "Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören"). Offenbar ist die zweiteilige Schlussepisode langfristig geplant und vorbereitet worden.
Data's Professorenresidenz stammt zwar (nach seinen eigenen Angaben) von Isaac Newton, hat aber auffallende Ähnlichkeit mit der Wohnung des (200 Jahre jüngeren) 'Sherlock Holmes'. Seine 'Mrs. Hudson' ist jedoch Amerikanerin, das erkennen wir unschwer an ihrer Art zu fluchen. Der Data der Zukunft besitzt mehrere Katzen. Endlich dürfen sich Worf und Troi etwas näher kommen, und dann doch wieder nicht, oder...?
Es ist enttäuschend, dass die im Laufe der Serie kontinuierlich weiterentwickelte Figur des 'Q' am Ende wieder dem ursprünglichen Q des Pilotfilms gleicht.
Weitere Nachlässigkeiten im Detail trüben den Eindruck dieser dramaturgisch brillanten Geschichte:
Im hier gezeigten Serienstart-Zeitrahmen ist Colm Meaney plötzlich 'Fähnrich O'Brien', im Pilotfilm jedoch ist er ein namenloser Lieutenant. (Abgesehen davon wird ein Fähnrich niemals Chief !) Data erscheint hier als 'Lieutenant junior grade', doch er hat im Pilotfilm (und für alle Zeit) des Rang eines 'Lieutenant Commander'.
'Q' führt den Captain zurück zum 'Urschleim' des irdischen Lebens; in der deutschen Version wird daraus "Ur-Schlamm".
Logischerweise hätte die 'Eruption von Anti-Zeit' zwar alte Wunden heilen lassen können, jedoch nicht Geordi's Augen, da er niemals sehend war. Eher hätten dem Captain Haare wachsen müssen ...
Erstaunlich, dass die fast hundert Jahre alte "U.S.S. Bozeman"" (vergleiche 118) noch immer im Dienst ist.
Die Maske leistet großartiges, um die Akteure äußerlich an den sieben Jahre zurück-versetzten Zeitrahmen des Pilotfilmes anzupassen; bei Deanna Troi kommt ein massives Korsett zum Einsatz. Nur mit Cmd. Riker geht man den 'leichten Weg', er darf seinen geliebten Bart behalten: Bei seinem kurzen Erscheinen auf dem Monitor wird eine alte Original-Szene aus dem Pilotfilm eingefügt und um-synchronisiert.
Am Ende versammeln sich zum einzigen Mal alle Kommando-befähigten Offiziere am Pokertisch. Man fragt sich, wer dann noch das Schiff fliegt.
Wiedersehen mit Schwester Ogawa, Gastauftritte für Tasha Yar und Miles O'Brien
Doch "The Adventure Continues...", „Das Abenteuer geht weiter...“: Unmittelbar nach Abschluss der Serie wird der siebte Kinofilm gedreht, er hat sechs Monate später Premiere.