STAR TREK startet weiteres Raumschiff

Genau so wie die „Enterprise“ soll es sein, und doch ganz anders ...

Seit dem Ende der höchst erfolgreichen zweiten STAR TREK-Serie "The Next Generation" sind acht Monate vergangen, und Captain Picard's "Enterprise−D" ist im acht Wochen zuvor angelaufenen siebten Kinofilm zerstört worden. Die Parallel-Serie "Deep Space Nine" läuft zwar ebenfalls mit beachtlichem Erfolg in dritter Staffel, doch gerade die Stamm-Zuschauer, die "STAR TREK" im ursprünglichen Sinne bevorzugen und Geschichten vom kühnen Vordringen in unerforschte Weiten erwarten, würde man damit nicht halten können. Ein neues Raumschiff muss her! Es muss genau so sein, wie die "Enterprise", aber doch ganz anders.
Die Grundidee, das Schiff im Pilotfilm an das andere Ende der Galaxie zu versetzen, ohne Kontakt zur heimatlichen Föderation, ist erneut ein enormes Wagnis, denn das fortgesetzte Darstellen der schier endlosen Heimreise hätte allzu leicht in endloser Langeweile versinken können.
Doch der einleitende Paukenschlag (wesentliche Mitglieder der Besatzung kommen kurz nach dem Start um) und die 'Zwangsehe' mit dem ursprünglich verfolgten Feind schaffen ein kaum zu übertreffendes Konfliktfeld, das Stoff für Jahre liefert ...
GENE RODDENBERRY's Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung trägt weiterhin Früchte: Mit Captain Kathryn Janeway gehört der 'Platz in der Mitte' nun endlich einer Frau. (Auch die "Enterprise−C" ist von einer Frau kommandiert worden, allerdings nur eine halbe Episode lang, vergleiche TNG 63.) Janeway wirkt weder so 'zerbrechlich' wie Troi noch so 'naiv' wie Dr. Crusher, und auf gar keinen Fall ist sie ein 'Püppchen'. Sie erscheint als sehr souveräne, starke Frau, und gerade das macht sie attraktiv. Denn äußerlich wirkt Kate Mulgrew auffallend reif, auf jeden Fall im Vergleich zur nur zwei Jahre jüngeren Nana Visitor (Major Kira).
Genau wie Captain Picard steht sie einem Triumvirat aus Gewissen, Aktion und Intellekt vor: Janeway-Chakotay-Tuvok. Ihre Brückenbesatzung ist auffallend 'exotisch': Es gibt nur einen einzigen weißen Mann, und der ist ein Ex-Sträfling. Die Anzahl der Hauptcharaktere beträgt nun von vornherein neun. Ein Geniestreich der besonderen Art ist der Charakter des Doktor. Hat man es einst für 'glatt unmöglich' gehalten, die groteske Figur des Mr. Spock zu toppen (bis zum Erscheinen von Data), so erleben wir nun eine weitere Steigerung: Eine Figur, die nicht nur ein Computer-Hirn hat, sondern auch noch eine Computer-genererierte Illusion als Körper. Das gibt ihm einerseits eine besondere Beschränkheit (auf Orte mit Holo-Emittern), andererseits aber auch besondere Fähigkeiten, die der Phantasie der Drehbuchautoren neue Räume eröffnen.
Stamm-Besatzung