Heimat in Rufweite !

Die sechste Staffel bringt der „Voyager“ erneut Kontakte mit den Borg.
Aber auch mit der heimatlichen Föderation

121. Equinox, Part II
(Astronomischer Begriff, hier: Eigenname des Schiffes)
Equinox, Teil 2   EB
ΘΘ *
Obwohl das Autorenteam komplett erhalten geblieben ist, fällt der zweite Teil von "Equinox" gegenüber dem ersten ab. Der Handlungsverlauf ist allzu klar, die Spannung verpufft; irgendwie geht es vor allem darum, das alles zu Ende zu bringen. Der Spannungsbogen um den 'falschen' Doktor, der die "Voyager" sabotiert, bleibt praktisch ungenutzt. Hinzu kommt, dass sich Janeway mit der Quasi-Folterung des gefangengen "Equinox"-Crewman nicht eben 'mit Ruhm bekleckert'. Der völlig zu recht rebellierende Chakotay wird zwar am Ende rehabilitiert, dennoch hinterlässt diese Krise Spuren in seinem Verhältnis zum Captain, wir sehen das überdeutlich am Schluss, als er (aus seiner Sicht 'zufällig') genau die gleichen Worte benutzt wie zuvor Janeway zum der Captain der "Equinox": Janeway's Mimik spricht Bände ...
Nicht einer der fünf überlebenden Crewmen von der "Equinox" taucht jemals wieder auf.

122. Survival Instinct
Überlebensinstinkt   EB
Θ
Ein interessanter Ansatz, aber so rechte Begeisterung will nicht aufkommen. Die Umsetzung ist langatmig und verzettelt. Es ist unglaubwürdig, dass die frühere Drohne Seven Of Nine allein, ohne Anleitung durch das Borg-Kollektiv, in der Lage war, ihre drei abtrünnigen Kameraden zu reassimilieren.
Als Borg-Individuum 'Lensor' sehen wir Vaughn Armstrong (* 1950), den späteren 'Admiral Forrest' in "Enterprise", an seiner Seite steht Bertila Damas (* ?), die wir als vulkanische Maquis-Kämpferin 'Sakonna' aus DS9 40−41 kennen.
Wiedersehen mit Naomi Wildman
123. Barge Of The Dead
Die Barke der Toten   EB
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Eigentlich unglaublich, dass der klingonische 'Ehren'-Schwulst bis in den Deltaquadranten vorgedrungen ist! Wesentliche Teile der Geschichte stammen ursprünglich aus dem Drehbuch zu DS9 119. Und sie sind seinerzeit gestrichen worden, aus gutem Grund!
Einziger Lichtblick ist die Darstellung des klingonischen Festes: Seven und der Doktor singen Schlachtenlieder. Es ist zwar nicht möglich, mit dem Replikator etwas Lebendiges zu erzeugen, aber Neelix schafft es mit einem Trick, dass sich sein repliziertes 'Ghargh' dennoch bewegt. Nur mit dem Bereitstellen von fünf Fässern Blutwein hat er sich völlig verschätzt, das würde reichen, um die gesamte Besatzung für Tage zu neutralisieren! (Vergleiche 86−87.) Das Blut sieht hier dunkelrot und sehr menschlich aus, seit dem Blutbad in ST 6 wissen wir jedoch, dass Klingonenblut von hell-purpurner Farbe ist. Aber das hier ist ja ohnehin alles nur 'Wahn' ...
124. Tinker, Tenor, Doctor, Spy
("Bastler, Tenor, Arzt, Spion")
Dame, Doktor, As, Spion   EB
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Eine sehr amüsante, wenn auch seichte Geschichte; Comedy-Dutzendware, wie wir sie seit Moliére kennen. Wie die Rangabzeichen aus dem Kragen des Doktor schießen, das ist schon ein erstklassiger Gag. Köstlich ist auch die stoische Gelassenheit, mit der Seven Of Nine ihre Darstellung als Aktmodell zur Kenntnis nimmt.
In der deutschen Fassung kann aus dramaturgischen Gründen der Original-Gesang von Robert Picardo nicht übernommen werden, die Singerei des Synchronsprechers klingt schaurig! Als der Doktor schließlich, notgedrungen, den 'Platz in der Mitte' tatsächlich einnehmen muss, ist er vor Angst und Aufregung fast handlungsunfähig, recht merkwürdig für simulierte Reaktionen eines Hologramms ...
Der Originaltitel verballhornt den Titel einer Agentengeschichte von John le Carré, zu der auch die Figur des 'Garak' ("Deep Space Nine") Bezug hat. Der unförmig maskierte 'Beobachter' heißt 'Phlox', wie der spätere Arzt der "Enterprise NX−01".
125. Dragon's Teeth (gesendet als 127.**)
Die Zähne des Drachen   EB
oo
Eine spannende, aktionsreiche Episode. Für den 'Uneingeweihten' ... Doch dem Kenner fallen schnell die nicht zu übersehenden Parallelen zur brillanten Classic-Episode 24 (22) auf. Während die Besatzung im dunklen tappt, hat die kleine Naomi sofort 'instinktiv' den 'richtigen Riecher'. Und der Plan, den fehlenden 'Plasma-Treibstoff' einfach aus der umgebenden Luft einzusaugen, ist arg 'starker Tobak': Die Luft müsste -im vollen Wortsinn- 'brennen', wenn sie derart voller Energie steckt ...
Den Darsteller des Ober-Gauners 'Gedrin' kennen wir aus TNG 122.

126. Alice
(Eigenname, gesendet als 125.)
Alice   EB
Θ
Dieses Remake von Stephen King's Horrorklassiker "Christine" ist eigentlich nicht so recht 'STAR TREK-würdig'. Wenigstens trägt hier niemand dauerhafte Schäden davon, außer vielleicht das Ego von Fähnrich Paris ...
127. Riddles (gesendet als 126.)
Rätsel   EB
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Nie zuvor wurde das durchaus erfüllte Leben eines Menschen mit geistiger Behinderung so stimmig, einfühlsam und dennoch unvoreingenommen dargestellt. STAR TREK leistet erneut Großartiges in der Tradition von TNG 35 und DS9 69. Tim Russ spielt den 'völlig anderen' Tuvok mit Brillanz, und kein anderer Charakter könnte uns deutlicher vor Augen führen, dass die 'totale Logik' ganz und gar nicht immer das einzig Wahre ist ...
Natürlich ist es nicht sehr glaubwürdig, dass die Crew aus Tuvok's Tortenmuster eine verwertbare Information gewinnt, fast noch unsinniger ist die Beschwerde des Doktor, den der vulkanische Gesang bei der Arbeit stört, stellenweise zeigt das Hologramm doch gar zu viele menschliche Schwächen ...
Neelix' Wortspiel-Rätsel ist, wie praktisch alle Wortspiele, nicht übersetzbar, doch die deutsche Umsetzung (auf die Monate mit '...bär') gibt den (Un-)Sinn gut wieder. Der Darsteller des Kesat-Offiziers 'Naroq' ist später, im "Enterprise"-Pilotfilm der Vater des jungen 'Jonathan Archer'. Roxann Dawson verzichtet bei ihrem Regiedebüt auf einen eigenen Auftritt, deshalb:
"Dienstfrei": B'Elanna Torres
128. One Small Step
Ein kleiner Schritt   EB
ΘΘ
Ein weiteres Mal gut-klassische Science Fiction. Eine Marsmission für 2032 ist bis heute einigermaßen realistisch. Der Titel bezieht sich auf die Worte von Neil Armstrong beim Betreten des Mondes. Doch die von Chakotay zitierte Liste der Raumfahrtpioniere zeugt von ungeheurer Ignoranz, fehlt doch der allererste Raumfahrer, Juri Gagarin! Statt dessen wird John Glenn genannt, der als Nr. 5 zubuche steht, nachdem vor ihm zwei Amerikaner den Orbit nicht erreichten und der Russe German Titow mehr als 24 Stunden im All verbracht hatte.
Den Darsteller des Mars-Astronauten, Phil Morris kennen wir schon seit über 30 Jahren, er ist u.a. der Stahlhelm-tragende Junge in Classic 12 (8). Seven Of Nine trägt eine Weltraumkluft, deren vordergründig 'feminin' geformter Brustpanzer ihr wohl 'auf den Leib geschmiedet' wurde, das erinnert eher an das Exoskelett eines Borg als an einen üblichen Druckanzug. Ihr plötzlicher Gefühlsausbruch am Ende ist unverständlich und unglaubwürdig.
Neelix hat nur einen winzigen Alibi-Auftritt.
129. The Voyager Conspiracy
Die Voyager-Konspiration   EB
ΘΘΘΘ
Wir erleben auf drastische Weise, wohin ausufernde Logik führen kann. Vergleichbares kennen wir aus DS9 133. Jeri Ryan stellt die paranoische Seven Of Nine geradezu brillant dar. Eben so beeindruckend ist das vertrauensvolle Einvernehmen des 'Führungsgespanns'
Dramaturgisches Bonmot: Naomi Wildman ist der 'gesunde Gegenpol' zu Seven.





131. Fair Haven
("Sichere Zuflucht",
hier: Geografischer Eigenname)
Fair Haven   EB
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Haupthandlung auf dem Holodeck, mal etwas ganz anderes. In dieser sehenswerten Seifenoper (was ja eigentlich ein Widerspruch in sich ist!) sehen wir eine köstlich verliebte Janeway. Und eine glaubwürdig-starke Lösung. Der Doktor hält ein großartiges Plädoyer für die Akzeptanz von Fremdartigkeit.
Die irische Kleinstadt Fair Haven ist authentisch, wir hören nicht das letzte Mal von ihr ...
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130. Pathfinder
Das Pfadfinder-Projekt   EB
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Eine köstliche Geschichte von 'der anderen Seite': Schauplatz ist das Sternenflottenkommando im fernen Alphaquadranten. Bemerkenswert ist die enorme Stimmigkeit im Detail: Die Holofiguren der Hauptcharaktere sehen genau so aus, wie sie zuletzt im Alphaquadranten gesehen wurden (also wie im Pilotfilm), denn das ist die beste Information, die Barclay hat. Natürlich hat er die Informationen eingearbeitet, die der Doktor in 81 (82) mitbrachte: Tuvok und Tom Paris tragen die Rangabzeichen aus dieser Episode. Offenbar schien es dem Doktor seinerzeit nicht erwähnenswert, dass die Offiziere durchweg neue Frisuren haben und dass auch die ehemaligen Maquiskämpfer Uniformen tragen. Doch Barclay weiß, dass Neelix und Seven Of Nine an Bord sind, nur kann er die beiden mangels Bilddaten nicht darstellen. Immerhin hat er seine Katze 'Neelix' getauft.
Auf dem Schreibtisch des alten Admiral Paris sehen wir ein Foto des sehr, sehr jungen Tom, es scheint aus dessen Akademiezeit zu stammen.
Reginald Barclay ist -endlich auch einmal- befördert worden, zum Lieutenant. Fast zehn Jahre sind vergangen seit seiner Einführung in TNG 69, und bei seinem letzten Auftritt vor drei Jahren, im achten Kinofilm, war er deutlich 'besser beisammen'. Hier nun bringt uns Darsteller Dwight Schultz einen Barclay, der wieder voll und ganz von psychischen Problemen kontrolliert wird; eine fatale Folge seiner Abmusterung von der "Enterprise", denn dort hatte er ein für ihn erträgliches Umfeld, in dem er arbeiten konnte!
Tom's Vater hat den Vornamen 'Owen' erhalten; zum ersten Mal sehen wir die Neu-Besetzung mit Richard Herd, *1932, wir kennen ihn als alten Klingonen aus TNG 142−143.
Hauptrolle für Reg Barclay, kleine Rolle für Admiral Paris
Gastauftritt von Deanna Troi
132. Tsunkatse
(Eigenname, gesendet als 135.)
Tsunkatse   EB
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Dass diese Episode wochenlang zurückgehalten wird, liegt keinesfalls an mangelnder Qualität, sondern vielmehr an den hitzigen Diskussionen, die sie zwangsläufig auslösen muss: Es wird die Vermarktung von gewalttätigen Schaukämpfen thematisiert, die zu dieser Zeit in Form des 'Wrestling' auch das deutsche Fernsehen erreicht hat. Während dieses Phänomen in Classic 43 (54) in eine Abbildung der römischen Antike verpackt worden ist, kommt es hier zur ernsten Abrechnung mit dem Verfall humanistischer Werte. Mit beißendem Sarkasmus wird gezeigt, wie mehrere Hauptcharaktere von diesen 'Shows' zunächst sehr angetan sind, was urplötzlich in pures Entsetzen umschlägt, als Seven Of Nine im Ring erscheint.
Wir erleben ein weitere Paraderolle für Jeffrey Combs, hier wieder mit der deutschen Stimme von Udo Schenk (u.a. 'Vorta Weyoun'). Und - kaum erkennbar unter der Maske des alten Hirogen - sehen wir J. G. Hertzler wieder (u.a. 'General Martok' in "Deep Space Nine").
Wrestlingstar Dwayne Johnson tritt unter seinem 'Kampfnamen' "The Rock" auf.
133. Blink Of An Eye
("Ein Augenzwinkern", gesendet als 132.)
Es geschah in einem Augenblick   EB
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Das Nebeneinander verschiedener Zeitrahmen habe wir erst kürzlich gesehen, in 105 (107). Doch hier wird das Phänomen genutzt, um die relativ stagnierende "Voyager" dem rasanten Geschichtslauf des planetaren Volkes gegenüber zu stellen. Was herauskommt, ist feinste Science Fiction. Als die 'Beobachteten' schließlich den technischen Stand der "Voyager" einholen, stehen sie kurz davor, das Schiff zu vernichten, doch dann führt die schnelle Weiterentwicklung mit logischer Präzision zur Rettung der "Voyager".
Die Gesichter des planetaren Volkes mit ihren 'Stirn-Löffeln' sehen aus wie unvollständig maskierte Cardassianer. Ein schon fast peinlicher Fehler ist der 'Brief' des Protektor's an das Ding über ihm: Wir sehen altertümliche englische(!) Schriftzüge. War es nötig, die Kamera auf dieses Schreiben zu richten? Wie fragwürdig es ist, dass der Doktor in seiner Zeit auf dem Planeten ein Kind hatte, ist den Machern wohl selbst aufgeleuchtet, sie bezeichnen es als 'eine lange Geschichte', die der Doktor nie berichten wird ...
Auftritt von Naomi Wildman
134. Virtuoso
(italienisch, gesendet als 133.)
Der Virtuose   EB
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Eine ergötzliche Geschichte um ein Volk von zwar kleinem Wuchs, aber enormen geistigen Ansprüchen. Und wieder einmal ein Glanzrolle für den Doktor. Bei den brillanten Gesangsdarbietungen hören wir auch in den Synchronversionen die Originalstimme von Robert Picardo. Die zwergenhaften 'Qomar' ähneln den Bajoranern aus "Deep Space Nine", sie sind jedoch sehr einfach maskiert.
Es ist ausgerechnet Seven Of Nine, die dem Doktor zu einem Selbstbild verhilft, in dem auch Platz ist für eigene Unzulänglickeiten, für beide ein beachtlicher Schritt. Leider ist die Auflösung mit dem 'überlegenen Double' des Doc allzu einfallslos.
Zum (leider) einzigen Mal sehen wir Harry mit seiner Jazzband "The Kimtones".
135. Collective (gesendet als 136.)
Kollektiv   EB
ΘΘΘ
Nach einer amüsanten Episode nun wieder etwas ernstes: Verlassene Kinder versuchen, ihre vermeintliche Identität zu leben. Wir haben das noch drastischer gesehen in DS9 146. Die Geschichte ist nicht eben ein Geniestreich, dramaturgisch wichtig ist jedoch, dass mit den vier jungen Borg neues Leben auf der "Voyager" einzieht (vom fünften, dem geretteten Baby, hören wir nichts mehr). Das auf der "Enterprise−D" vielfach gepflegte Pokerspiel hält nun auch in "Voyager" Einzug.
In TNG 42 ist gezeigt worden, dass der Borg-Nachwuchs rein biologisch gezüchtet und erst nach dem Heranwachsen zu Drohnen assimiliert wird. Diesmal tragen die Borg bereits im Fötus-Alter die typischen Implantate. Alle anderen Ungereimtheiten (zum Beispiel die völlig untypische Individualität der Kinder) sind durch die Fehlfunktionen des Kubus ausreichend erklärt. Dass Seven die Kleinen mit 'Sie' anspricht, ist auch hier ein Problem des deutschen Synchrondialogs, im englischen gibt es kein 'Sie'.
136. Memorial (gesendet als 134.)
Das Mahnmal   EB
ΘΘ Λ
Diese Episode verläuft über weite Strecken verwirrend und voller vordergründiger Gewalt. Die Darstellung erinnert an die Ereignisse in TNG 131, Science Fiction-Elemente sind rar. Erst sehr spät wird dem Zuschauer das eigentliche Anliegen aufgezeigt: Der unbedingte Schutz und Erhalt von Mahnmalen für historische Bluttaten. Das ist eine sehr ernste Sache und durchaus wert, von STAR TREK thematisiert zu werden, doch ob mit dieser Umsetzung die breite Masse der Zuschauer erreicht wird, ist fraglich.
Köstliches Bonmot: B'Elannna hat für Tom einen Fernseher von 1956 gebastelt, die bescheidene Bildqualität der ersten farbigen TV-Bilder ist bestens getroffen. Da in den USA diese frühe Technik jahrzehntelang verbreitet blieb, sehen wir solche Farbmängel zum Teil noch sehr real in "The Next Generation".
Wir erfahren, dass es inzwischen auch auf 'Khitomer' ein Mahnmal gibt, damit erfolgt die Querverbindung zu einem wichtigen Eckpunkt des STAR TREK-Universums, vergleiche ST 6.
Kleine, aber ernste Rolle für Naomi Wildman
137. Spirit Folk
Das Geistervolk   EB
ΘΘ
Diese Fortschreibung von Episode 131 beginnt recht interessant. Bis das 'Seamus'-Hologramm sich über Tom's holografische Rad-Reparatur entsetzt: Was, um alles in der Welt, kann das für eine seltsame 'Fehlfunktion' sein, die das gesamte holografische Volk plötzlich mit überlegenen Fähigkeiten à la 'Moriarty' ausstattet ?! (Vergleiche TNG 29.) Der weitere Verlauf widerspricht auch physikalisch vielem, was wir über Holodecks (speziell über deren räumliche Begrenztheit) wissen.
Was bleibt, ist zwar eine halbwegs amüsante Seifenoper, doch die 'Auflösung' der Handlung wirft neue Probleme auf: Wenn dem holografischen Volk eine dauerhafte selbstbewusste Existenz erlaubt wird, dann muss es sich entwickeln und weitere Konflikte bewältigen. Doch darum drücken sich die Autoren, wir hören nie wieder etwas von 'Fair Haven' ...
138. Ashes To Ashes
Asche zu Asche   EB
Θ
Eine höchst gewöhnungsbedürftige 'Zurück-und-wieder-Hin'-Geschichte. Die Handlungsverlauf ist inkonsequent, widersprüchlich, unglaubwürdig; und bei der entscheidenden Frage nach der Endgültigkeit des Todes drückt man sich um eine klare Position. Da wir von 'Fähnrich Ballard' (angeblich Harry Kim's Akademie-Schwarm!) noch nie gehört und auch von ihrem Tod vor zwei Jahren nichts erfahren haben, wirkt das ganze wie ein notgeborener Lückenfüller.
Auftritte für die vier jungen Borg und Naomi Wildman
139. Child's Play ("Ein Kinderspiel")
Icheb (Eigenname)   EB
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Die anfängliche Seifenoper um Icheb's etwas 'holprige' Heimkehr endet nach der Hälfte der Sendezeit, da muss noch was kommen! Und richtig: Die Geschichte nimmt eine steile Aufwärtskurve in Richtung feinster Science Fiction: Der junge Ex-Borg erweist sich als genetische Bombe! Und er wird von seinen Leuten sofort wieder 'zum Einsatz' gebracht! Das kann die Crew der "Voyager" natürlich nicht dulden.
Es ist nicht richtig, dass Seven ihre Eltern nach der Assimilation nie wiedersah: Sie ist in 111−112 (109−110) ihrem (assimilierten) Vater begegnet. Als Captain Janeway früh um drei Uhr 'auf Posten' erscheint, geht das natürlich nur stilecht mit Kaffeepott.
Hauptrolle für Icheb, Auftritte für die drei anderen jungen Borg und für Naomi Wildman
140. Good Shepherd
Der gute Hirte   EB
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Eine untypische Geschichte, bei der (zum ersten Mal in STAR TREK) die 'kleinen Leute', die gewöhnlichen Crewmen, im Mittelpunkt stehen. Da passt vieles nicht zusammen, vor allem, dass sie vom Captain persönlich 'Nachhilfe' bekommen. Diese Ehre ist nicht einmal 'Reginald Barclay' zuteil geworden und der ist Offizier! (Vergleiche TNG 69.) Richtig ist, dass die Crewmen keinerlei 'Kragenknöpfe' tragen, aber um diese nicht zu erringen, musste keiner von ihnen die Sternenflottenakademie besuchen, das hat nicht einmal 'Chief O'Brien' getan, und der ist immerhin Chefingenieur geworden.
Was bleibt, ist ein halbwegs sehenswertes Stück 'Soap Fiction' aus der wieder einmal viel zu heilen Föderationswelt. Und wir erfahren, dass im 24. Jahrhundert noch immer die krass unzeitgemäße Bestimmung gilt, nach der Nicht-Medizinern jeder Zugang zu medizinischem Wissen verwehrt ist (Bestandteil des antiken 'Hippokratischen Eides').
Der auffallende kahlköpfige Fast-Statist 'Mitchell' (Tom Morello) ist Gitarrist in einer sozialkritischen Pop-Band aus Kalifornien; er erscheint auch als Alien-Offizier in ST9.
141. Fury ("Die Furie", gesendet als 143.)
Voller Wut   EB
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Schwer verdauliche, aber schlüssige Zeitreisegeschichte, in der Janeway zunächst gezwungen ist, die alte und völlig senile Kes zu töten(!). Insgesamt hätte man Jennifer Lien dieses zweifelhafte 'Comeback' eher ersparen sollen, vor allem auch, weil die einst so zarte Darstellerin locker zwanzig Kilo zugelegt hat. Zwar ist die Altersmaske der inzwischen 25−jährigen gut gelungen, aber der Wechsel zwischen beiden Masken ist derart aufwändig, dass man den größten Teil der 'Alters'-Szenen mit einem Double gedreht hat, unter der Maske von der echten Darstellerin praktisch nicht zu unterscheiden.
Eigentlich sollte es merkwürdig sein, dass dem (zeitversetzten) Captain der ersten Staffel die falschen Rangabzeichen des (zusammen mit Kes) durch die Zeit gereisten Tuvok nicht auffallen. (Sie nennt ihn 'Lieutenant', an seinem Kragen steht jedoch 'Lieutenant Commander'.) Doch zu dieser Zeit hat auch der aktuelle Tuvok das falsche Rangabzeichen getragen, vergleiche Pilotfilm und Ep. 13.
Wir erfahren, dass der Doktor in der ersten Staffel unter anderem erwogen hatte, den Namen des fiktiven Arztes 'Pyong Ko' anzunehmen, der im 21. Jahrhundert die Krebsbehandlung revolutioniert.
Gastauftritte für Kes und Samantha Wildman. Außerdem Auftritte für ihre Tochter Naomi und Ingenieur Carey
142. Live Fast And Prosper
("Lebe schnell und in Wohlergehen",
gesendet als 141.)
Lebe flott und in Frieden   EB
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Realitätsnahe Tragikomödie um professionelle Betrüger, mit leichter Hand in Szene gesetzt.
Während Tom und Neelix mit ihrem 'Hütchenspiel' gründlich auf die Nase fallen (warum müssen sie sich auch ausgerechnet den mit überlegenen Sinnen ausgestatteten Doktor als 'Opfer' aussuchen), hat das Gaunertrio mit seiner 'Voyager-Masche' zunächst tolle Erfolge. Da braucht es schon eine brillante 'Uhrwerks-Operation' der echten "Voyager", um den Spuk zu beenden.
Zum ersten Mal wird in den 'mobilen Emitter' ein zweites Hologramm geladen, wodurch der Dotor quasi zum 'Formwandler' wird.
Die Ober-Gaunerin 'Dala' (Kaitlin Hopkins) kennen wir aus DS9 100, dort hat dort eine ähnlich bedeutende Rolle als Ben Sisko's stahlharte Vorta-Gegnerin. Ihren Partner 'Zar' (Francis Guinan) sehen wir in einer weiteren 'Bösewicht'-Rolle in Ent 34.
143. Life Line ("Die Lebenslinie", gesendet als 144.)
Rettungsanker   EB
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Köstliche Querverbindung zu "The Next Generation" und eine sehenswerte Fortschreibung von 130. Bei der Doppelrolle des holografischen Doktor und seines Schöpfers 'Lewis Zimmerman' brilliert nicht nur Darsteller Robert Picardo über alle Maßen, sondern auch die Tricktechnik: Die beiden Charaktere dürfen ausgiebig interagieren, ohne dass irgendwo Trick-Manipulationen sichtbar werden. Und auch wenn Zimmerman im Vordergrund steht, ist er dennoch stets kleiner als der Doktor ...
Erneut wird der Doktor zum 'Formwandler', indem er sein holografisches Äußeres ändert. Ob ihm Barclay dabei geholfen hat? Leider bleibt der Gag um den Spottnamen des MHN 1 für die deutschen Zuschauer unverständlich: Sie wissen nicht, dass das 'MHN' ('Medizinisch Holographisches Notfallprogramm') im Original 'EMH' heißt ('Emergency Medical Hologram'). Doch nur mit dieser Abkürzung macht die Bezeichnung 'Extrem unbedeutende Hausbesuche' Sinn ('Extremly Marginal Housecalls').
Letzter Auftritt von 'Admiral Hayes' (Jack Shearer). Große Gastauftritte für Deanna Troi und Reginald Barclay
144. Muse (gesendet als 142.)
Die Muse   EB
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Altertümliches Theater auf einem fernen Stern im Deltaquadranten, was soll das? Es gibt kaum einen Science Fiction- oder gar STAR TREK-Bezug. Die Quellenmeinung, dass diese Episode auf eine 'Selbst-Verballhornung' der Serie hinausläuft (der mächtige 'Patron' Zuschauer verlangt Woche für Woche eine neue "Voyager"-Folge), scheint recht weit hergeholt. DS9-Episode 93 hat beinahe den selben Titel, der Bezug ist dort jedoch völlig anders.
Bonmot am Rande: Wenn die fremden Schauspieler auf ihrer Bühne in die Rollen der "Voyager"-Offiziere schlüpfen, sprechen sie mit den Stimmen der Original-Darsteller.
Joseph Will und Kellie Weymire (Poet 'Kelis' und seine Gefährtin 'Lanya') erhalten permanente Kleinrollen in "Enterprise".
145. The Haunting Of Deck Twelfe
Der Spuk auf Deck Zwölf   EB
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Eine Episode, die eigentlich kaum der Rede wert ist! Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, wie viele minderwertige Lückenfüller den Zuschauern noch zugemutet werden sollen; zum Glück ist die reichlich schwächelnde sechste Staffel damit praktisch zu Ende.
Wir erfahren, dass Tuvok als 'hartgesottener' Vulkanier erst bei einer Temperatur von 350 Grad Kelvin (77°C) zu schwitzen beginnt (vergleiche auch Ep. 16 und Ent 83). Kurzauftritt für die etwas 'schwierige' Bajoranerin 'Tal Celes' (Zoe McLellan) aus 140.
Wiedersehen mit den vier jungen Borg.
Weiterer Borg - Film geplant ?
146. Unimatrix Zero ("Ausgangseinheit Null")
Unimatrix Zero, Teil 1   EB
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Dieser Cliffhanger wäre es wert gewesen, ein Kinofilm zu werden. (Nach unbestätigten Gerüchten soll das ursprünglich auch geplant −oder wenigstens erwogen− worden sein...) Die 'Montage' der Borg-Queen wird noch eindruckvoller dargestellt als in 111; kaum noch zu vergleichen mit den vier Jahre alten Tricks aus ST 8. Im weiteren Verlauf sehen wir immer wieder Tricktechnik auf aktuellem Kinofilm-Niveau.
Auch die unerwartete Wieder-Beförderung von Tom Paris spricht für Planung eines Kinofilms. Zum ersten Mal und völlig zu recht moniert Harry Kim, dass er nicht auch endlich mal befördert wird, er hätte es mehr als verdient nach sechs Jahren vorbildlicher Pflichterfüllung.
Erneut ist der Doktor sehr skeptisch gegenüber den bewährten Geistestechniken der Vulkanier. Er behauptet auch, Seven sei nicht im REM-Schlaf gewesen, die Darstellung ihrer Augen im Alkoven zeigt jedoch das Gegenteil. Im weiteren Verlauf darf er tatsächlich zum ersten Mal Dienst an der taktischen Station tun (vergleiche 124). Neelix hat in diesem ersten Teil nur einen Alibi-Auftritt als Statist, dafür ist er im zweiten Teil ebenfalls Brückenoffizier.
Janeway, Tuvok und Torres schlagen sich prächtig auf ihrer Außenmission, jeder von ihnen erledigt mindestens zwei Drohnen. Doch Widerstand ist diesmal zwecklos, sie werden assimiliert. Die inzwischen 45−jährige Kate Mulgrew ist unter der Borg-Maske kaum wiederzuerkennen, sie wirkt gealtert und beinahe maskulin.
Nach Quellenangabe ist Hintergrund-Charakter 'Lt. Ayala' für beide Teile des Cliffhangers gelistet, er bleibt jedoch im ersten Teil unsichtbar.
Insgesamt fünfter und (vor−)letzter Auftritt für Susanna Thomson, die 'Borg-Queen' wird im zweiten Teil des Cliffhanger's zerstört. (Vergleiche DS9 78.)
Fortsetzung folgt ...